{"id":237084,"date":"2026-10-19T09:00:00","date_gmt":"2026-10-19T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rister.ch\/?p=237084"},"modified":"2026-10-14T14:43:05","modified_gmt":"2026-10-14T12:43:05","slug":"lederwaren-marke-gruenden-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/lederwaren-marke-gruenden-schweiz\/","title":{"rendered":"Eine Lederwaren-Marke in der Schweiz gr\u00fcnden: Markenschutz, Chrom(VI), Azofarbstoffe, exotische Leder und Swiss made"},"content":{"rendered":"<div class=\"intro-box\">\n<p>Wer in der Schweiz eine Lederwaren-Marke gr\u00fcnden will, braucht daf\u00fcr keine Bewilligung, keinen Fachausweis und keine Registrierung der Modelle. Wer bei dieser Suche zuerst auf Seiten zum Markenschutz st\u00f6sst, liegt trotzdem richtig: Der Name ist das erste Kapital einer Taschen- oder G\u00fcrtelmarke und geh\u00f6rt vor der ersten Etikette gesch\u00fctzt. Gleich danach kommt das Produktrecht. Taschen, G\u00fcrtel und Portemonnaies sind Gebrauchsgegenst\u00e4nde im Sinn des Lebensmittelgesetzes, und wer sie herstellt, einf\u00fchrt oder verkauft, muss belegen k\u00f6nnen, dass sie die Schweizer Grenzwerte f\u00fcr Chrom(VI), Azofarbstoffe und Nickel einhalten. Exotische Leder bringen die CITES ins Spiel, und Swiss made verlangt eine klare Kostenrechnung. Dieser Beitrag ordnet diese Punkte in der Reihenfolge, in der eine junge Marke ihnen begegnet.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"table-of-contents\">\n<h3>Inhalt<\/h3>\n<ol>\n<li><a href=\"#marke\">Zuerst die Marke beim IGE<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#gebrauchsgegenstand\">Keine Bewilligung, aber ein Gebrauchsgegenstand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#grenzwerte\">Chrom(VI), Azofarbstoffe und Nickel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#import\">Im Ausland produziert: der Importeur haftet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#exotische-leder\">Exotische Leder und CITES<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#swiss-made\">Swiss made mit Schweizer Leder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#gesellschaft\">Gesellschaft, Lager und Buchhaltung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#fehler\">Teure Fehler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#faq\">FAQ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<h2 id=\"marke\">Zuerst die Marke beim IGE<\/h2>\n<p>Beim Eidgen\u00f6ssischen Institut f\u00fcr Geistiges Eigentum (IGE) kostet die Hinterlegung einer Schweizer Marke 450 Franken f\u00fcr zehn Jahre Schutz und bis zu drei Klassen, mit 100 Franken Rabatt bei elektronischer Anmeldung; jede weitere Klasse kostet 100 Franken. Lederwaren wie Taschen und Portemonnaies geh\u00f6ren in der Regel in Klasse 18, G\u00fcrtel in Klasse 25 und Uhrarmb\u00e4nder in Klasse 14. Eine Marke f\u00fcr G\u00fcrtel und Portemonnaies braucht also meist zwei Klassen und bleibt im Grundtarif.<\/p>\n<p>Eine Schweizer Marke sch\u00fctzt nur in der Schweiz. Wer nach Deutschland oder \u00d6sterreich verkauft, plant eine separate Anmeldung ein. Und weil sich ein Name nach dem Druck von Etiketten, Pr\u00e4gestempeln und Schachteln nur teuer \u00e4ndern l\u00e4sst, geh\u00f6rt die Recherche nach \u00e4lteren Marken vor die erste Bestellung.<\/p>\n<h2 id=\"gebrauchsgegenstand\">Keine Bewilligung, aber ein Gebrauchsgegenstand<\/h2>\n<p>Herstellung und Verkauf von Lederwaren sind in der Schweiz frei. Sie k\u00f6nnen eine GmbH oder AG ohne Ausbildungsnachweis ins Handelsregister eintragen und eine Kollektion lancieren, ohne sie einer Beh\u00f6rde vorzulegen. Was den Beruf rechtlich pr\u00e4gt, ist die Einordnung des Produkts: Gebrauchsgegenst\u00e4nde sind nach Art. 5 Bst. d LMG unter anderem \u00abKleidungsst\u00fccke, Textilien und andere Gegenst\u00e4nde, die nach ihrer Bestimmung mit dem K\u00f6rper in Ber\u00fchrung kommen\u00bb.<\/p>\n<p>Daraus folgt die zentrale Pflicht: \u00abWer Lebensmittel oder Gebrauchsgegenst\u00e4nde herstellt, behandelt, lagert, transportiert, in Verkehr bringt, ein-, aus- oder durchf\u00fchrt, muss daf\u00fcr sorgen, dass die gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden. Er oder sie ist zur Selbstkontrolle verpflichtet\u00bb (Art. 26 Abs. 1 LMG). Die kantonalen Laboratorien kontrollieren nachtr\u00e4glich, und \u00abdie amtliche Kontrolle entbindet nicht von der Pflicht zur Selbstkontrolle\u00bb (Art. 26 Abs. 2 LMG).<\/p>\n<h2 id=\"grenzwerte\">Chrom(VI), Azofarbstoffe und Nickel<\/h2>\n<p>Die konkreten Grenzwerte stehen in zwei Verordnungen. Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV, Fassung vom 16. Juli 2026) definiert als chromathaltige Lederwaren Gegenst\u00e4nde, die ganz oder teilweise aus Leder bestehen, \u00abwenn der Chrom(VI)-Gehalt 0,0003 Massenprozent oder mehr des Trockengewichts des Leders betr\u00e4gt\u00bb, und h\u00e4lt fest: \u00abDas Inverkehrbringen von chromathaltigen Lederwaren, die mit der Haut in Ber\u00fchrung kommen, ist verboten\u00bb (Anhang 2.16 Ziff. 1bis). Das entspricht 3 mg pro Kilo trockenes Leder.<\/p>\n<p>Die Verordnung des EDI \u00fcber Gegenst\u00e4nde f\u00fcr den Humankontakt regelt Farbstoffe und Metall. Ledererzeugnisse nach Anhang 6 d\u00fcrfen keine Azofarbstoffe enthalten, die bestimmte aromatische Amine \u00abin einer Konzentration von mehr als 30 mg\/kg freisetzen k\u00f6nnen\u00bb (Art. 21 Abs. 1); Anhang 6 nennt unter anderem Schuhe, Handschuhe, B\u00e4nder von Armbanduhren, Handtaschen, Geldbeutel und Brieftaschen sowie Aktentaschen. Uhrarmb\u00e4nder und deren Schliessvorrichtungen, Nieten, Reissverschl\u00fcsse und G\u00fcrtelschnallen d\u00fcrfen \u00abnicht mehr als 0,5 \u00b5g Nickel pro cm\u00b2 und Woche abgeben\u00bb (Art. 2 Abs. 1), und ein \u00dcberzug muss diesen Wert w\u00e4hrend zwei Jahren normaler Verwendung einhalten (Art. 2 Abs. 2).<\/p>\n<div class=\"rister-table-wrap\">\n<table class=\"rister-table\">\n<thead>\n<tr>\n<th>Stoff<\/th>\n<th>Grenzwert<\/th>\n<th>Beleg vom Lieferanten<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Chrom(VI) im Leder<\/td>\n<td>Verbot ab 0,0003 % des Trockengewichts (3 mg\/kg) bei Hautkontakt<\/td>\n<td>Pr\u00fcfbericht der Gerberei pro Lederpartie<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Aromatische Amine aus Azofarbstoffen<\/td>\n<td>H\u00f6chstens 30 mg\/kg<\/td>\n<td>Pr\u00fcfbericht zum gef\u00e4rbten Leder und Futter<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nickel aus Schnallen, Verschl\u00fcssen, Nieten<\/td>\n<td>H\u00f6chstens 0,5 \u00b5g\/cm\u00b2 pro Woche, \u00dcberzug zwei Jahre haltbar<\/td>\n<td>Nickell\u00e4ssigkeitstest pro Schnallenmodell<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"rister-caption\">Quelle: ChemRRV (SR 814.81, Fassung 16.7.2026), Anhang 2.16; Verordnung \u00fcber Gegenst\u00e4nde f\u00fcr den Humankontakt (SR 817.023.41), Art. 2 und 21, Anh\u00e4nge 6 und 7.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"rister-cta-inline\">\n<p class=\"rister-cta-kicker\">Ihre Lederwaren-Marke in der Schweiz<\/p>\n<p class=\"rister-cta-title\">Eine solide Gesellschaft vor der ersten Kollektion<\/p>\n<p>Gr\u00fcndung der GmbH oder AG und Eintrag ins Handelsregister, koordinierte Markenanmeldung, Buchhaltung f\u00fcr Leder, Beschl\u00e4ge und Fertigwaren, Einfuhrsteuer und Mehrwertsteuer auf Ihre Verk\u00e4ufe: RISTER\u00ae richtet Ihre Marke ein und f\u00fchrt die Administration, damit Sie sich auf Entwurf und Verkauf konzentrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    <a class=\"rister-cta-button\" href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gespr\u00e4ch vereinbaren<\/a><br \/>\n    <span class=\"rister-cta-note\">RISTER \u2013 Treuhand in Genf, Antwort innert eines Arbeitstages.<\/span>\n<\/div>\n<p>Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Z\u00fcrcher Gr\u00fcnder lanciert G\u00fcrtel und Portemonnaies aus Rindsleder einer Schweizer Gerberei und l\u00e4sst sie in einem Atelier im Kanton Z\u00fcrich n\u00e4hen. Er meldet seine Marke beim IGE in den Klassen 18 und 25 an, verlangt von der Gerberei f\u00fcr jede Lederpartie einen Pr\u00fcfbericht zu Chrom(VI) und aromatischen Aminen und vom Lieferanten der G\u00fcrtelschnallen einen Nickeltest pro Modell. Die Berichte legt er pro Artikelnummer ab. Kauft das kantonale Laboratorium einen seiner G\u00fcrtel, liegt die Selbstkontrolle vollst\u00e4ndig vor.<\/p>\n<h2 id=\"import\">Im Ausland produziert: der Importeur haftet<\/h2>\n<p>Viele Marken entwerfen in der Schweiz und lassen in Italien, Portugal oder Asien produzieren. Die Verantwortung wandert dabei nicht mit. Art. 26 LMG nennt ausdr\u00fccklich, wer \u00abin Verkehr bringt\u00bb und wer \u00abeinf\u00fchrt\u00bb: Eine Marke, die ihre eigenen Taschen importiert, haftet f\u00fcr deren Chemie genauso, als h\u00e4tte sie sie selbst gen\u00e4ht. Dasselbe gilt f\u00fcr einen Laden, der Taschen fremder Marken einkauft.<\/p>\n<p>Geregelt wird das am besten im Produktionsvertrag: Verpflichtung des Herstellers auf die Schweizer Grenzwerte, Pr\u00fcfberichte zu jeder Produktion und eine Meldepflicht bei jedem Wechsel der Gerberei oder des Beschlaglieferanten. Ein Gerbereiwechsel ohne neuen Bericht ist die h\u00e4ufigste L\u00fccke in solchen Dossiers.<\/p>\n<h2 id=\"exotische-leder\">Exotische Leder und CITES<\/h2>\n<p>Python, Krokodil oder Waran unterstehen zus\u00e4tzlich dem Bundesgesetz \u00fcber den Verkehr mit Tieren und Pflanzen gesch\u00fctzter Arten (BGCITES). Es erfasst nicht nur Rohh\u00e4ute, sondern auch daraus hergestellte Erzeugnisse und Gegenst\u00e4nde, deren Etikette, Verpackung oder Rechnung auf eine gesch\u00fctzte Art hinweist (Art. 3 BGCITES).<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Bewilligung<\/strong>: Eine Bewilligung des BLV ben\u00f6tigt, wer Exemplare von Arten nach den Anh\u00e4ngen I bis III CITES ein-, durch- oder ausf\u00fchren will (Art. 7 Abs. 1 Bst. a BGCITES); jede Einfuhr wird beim Zoll angemeldet (Art. 6).<\/li>\n<li><strong>Nachweise<\/strong>: Wer solche Exemplare besitzt, braucht Dokumente zu Herkunft und rechtm\u00e4ssigem Handel und gibt sie beim Verkauf weiter (Art. 10).<\/li>\n<li><strong>Bestandeskontrolle<\/strong>: \u00abWer mit Exemplaren von Arten nach den Anh\u00e4ngen I\u2013III CITES gewerbsm\u00e4ssig handelt oder diese gewerbsm\u00e4ssig z\u00fcchtet, muss eine Bestandeskontrolle f\u00fchren\u00bb (Art. 11 Abs. 1).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Viele Krokodil-, Python- und Waranarten sind gelistet, der Handelsname eines Leders sagt aber nichts Verl\u00e4ssliches. Pr\u00fcfen Sie vor dem Einkauf die genaue Art und ihren Anhang in der Datenbank Species+ oder beim BLV.<\/p>\n<h2 id=\"swiss-made\">Swiss made mit Schweizer Leder<\/h2>\n<p>F\u00fcr das Markenrecht ist eine Tasche oder ein G\u00fcrtel ein industrielles Produkt. Zwei Bedingungen gelten gemeinsam: Die Herkunft entspricht dem Ort, \u00aban dem mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten anfallen\u00bb (Art. 48c Abs. 1 MSchG), und \u00abin jedem Fall muss ein wesentlicher Fabrikationsschritt an diesem Ort stattgefunden haben\u00bb (Art. 48c Abs. 4 MSchG). Forschung, Entwicklung, Material und Fertigung z\u00e4hlen; \u00abKosten, die nach Ende des Produktionsprozesses anfallen, gelten nicht als Herstellungskosten\u00bb (Art. 52e Abs. 2 MSchV).<\/p>\n<p>Beim Material darf die Marke eine einheitliche Berechnungsart w\u00e4hlen, etwa die Zurechnung \u00abzu 100 Prozent f\u00fcr Materialien, die die Voraussetzungen der Artikel 48\u201348c MSchG erf\u00fcllen\u00bb und zu 0 Prozent f\u00fcr die \u00fcbrigen (Art. 52i Abs. 1 Bst. b MSchV). Darin liegt der Vorteil des Z\u00fcrcher Gr\u00fcnders: Erf\u00fcllt das Leder seiner Schweizer Gerberei selbst die Swissness-Voraussetzungen, z\u00e4hlt es voll, und mit der Fertigung im Z\u00fcrcher Atelier ist Swiss made in Reichweite. Wer italienisches Leder verarbeitet, muss die 60 Prozent \u00fcber Entwurf und Fertigung erreichen; wer im Ausland n\u00e4hen l\u00e4sst, erf\u00fcllt die Bedingung des Fabrikationsschritts nicht. Unser Beitrag zur <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/industrieunternehmen-gruenden-schweiz\/\">Gr\u00fcndung eines Industrieunternehmens<\/a> zeigt die Rechnung f\u00fcr andere Produkte.<\/p>\n<div class=\"conseil-rister\">\n<h4>Rat von RISTER<\/h4>\n<p>F\u00fchren Sie die Swiss-made-Rechnung pro Artikel und bewahren Sie die Rechnungen auf, die sie belegen. Ein G\u00fcrtel mit grossem Lederanteil und eine Brieftasche aus derselben Linie k\u00f6nnen auf verschiedenen Seiten der 60 Prozent landen. Eine Kostenrechnung pro Artikelnummer liefert diese Zahlen ohnehin.<\/p>\n<\/div>\n<h2 id=\"gesellschaft\">Gesellschaft, Lager und Buchhaltung<\/h2>\n<p>F\u00fcr die meisten Marken passt beim Start die GmbH mit einem voll einbezahlten Stammkapital von 20 000 Franken. Die AG mit 100 000 Franken Aktienkapital, wovon mindestens 50 000 Franken einbezahlt, lohnt sich, wenn Investoren einsteigen oder ein grosser H\u00e4ndler sie erwartet. Den Ablauf beschreiben wir auf unserer Seite <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/service\/firmengrundung-in-genf\/\">Firmengr\u00fcndung in Genf<\/a>.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6sste Posten ist das Lager: Leder in ganzen H\u00e4uten, Schnallen zu Tausenden, fertige Ware, die auf die Saison wartet. Seit dem 1. Januar 2024 erhebt die Schweiz auf Industrieprodukte der Kapitel 25 bis 97 keine Z\u00f6lle mehr, auch nicht auf Leder (Kapitel 41) und Lederwaren (Kapitel 42); die Einfuhrsteuer von 8,1 Prozent bleibt. Lagerbewertung, Anzahlungen an Ateliers und Mehrwertsteuer \u00fcbernimmt unsere <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/service\/allgemeine-administration-buchhaltung-loehne-steuern\/\">allgemeine Administration<\/a>.<\/p>\n<h2 id=\"fehler\">Teure Fehler<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Etiketten drucken, bevor die Marke angemeldet ist.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Eine Kollektion ohne Chrom(VI)-Pr\u00fcfbericht lancieren.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Annehmen, der ausl\u00e4ndische Hersteller hafte<\/strong>: In der Schweiz haftet, wer einf\u00fchrt und in Verkehr bringt.<\/li>\n<li><strong>Gerberei oder Schnallenlieferant wechseln<\/strong>, ohne neue Berichte zu verlangen.<\/li>\n<li><strong>Exotisches Leder nach dem Handelsnamen einkaufen<\/strong>, ohne Art und BLV-Bewilligung zu pr\u00fcfen.<\/li>\n<li><strong>Swiss made auf im Ausland gen\u00e4hte Taschen schreiben.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<section id=\"faq\">\n<h2>FAQ: Lederwaren-Marke gr\u00fcnden in der Schweiz<\/h2>\n<div class=\"question\">\n<h3>Braucht man eine Bewilligung, um Lederwaren in der Schweiz zu verkaufen?<\/h3>\n<p>Nein. Herstellung, Einfuhr und Verkauf von Lederwaren brauchen weder Bewilligung noch Fachausweis. Taschen und G\u00fcrtel sind aber Gebrauchsgegenst\u00e4nde: Wer sie herstellt, einf\u00fchrt oder in Verkehr bringt, ist zur Selbstkontrolle verpflichtet (Art. 26 LMG) und muss die Grenzwerte der ChemRRV und der Verordnung \u00fcber Gegenst\u00e4nde f\u00fcr den Humankontakt einhalten.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>In welcher Klasse meldet man eine Lederwaren-Marke an?<\/h3>\n<p>Taschen, Portemonnaies und Kleinlederwaren in der Regel in Klasse 18, G\u00fcrtel in Klasse 25 und Uhrarmb\u00e4nder in Klasse 14. Beim IGE kostet die Anmeldung 450 Franken f\u00fcr zehn Jahre und bis zu drei Klassen, mit 100 Franken Rabatt bei elektronischer Anmeldung.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Wie viel Chrom(VI) darf Leder enthalten?<\/h3>\n<p>Lederwaren mit Hautkontakt d\u00fcrfen nicht in Verkehr gebracht werden, wenn der Chrom(VI)-Gehalt 0,0003 Prozent des Trockengewichts des Leders erreicht, also 3 mg\/kg (ChemRRV, Anhang 2.16 Ziff. 1bis). Nachweisen l\u00e4sst sich das nur mit einem Laborbericht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Gelten die Regeln auch f\u00fcr G\u00fcrtelschnallen?<\/h3>\n<p>Ja. G\u00fcrtelschnallen, Verschl\u00fcsse, Nieten und Reissverschl\u00fcsse mit l\u00e4ngerem Hautkontakt d\u00fcrfen h\u00f6chstens 0,5 \u00b5g Nickel pro cm\u00b2 und Woche abgeben (Art. 2 Abs. 1 der Verordnung \u00fcber Gegenst\u00e4nde f\u00fcr den Humankontakt). Ein \u00dcberzug muss diesen Wert zwei Jahre lang einhalten.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Ist ein G\u00fcrtel aus Schweizer Leder automatisch Swiss made?<\/h3>\n<p>Nein. Mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten m\u00fcssen in der Schweiz anfallen, und ein wesentlicher Fabrikationsschritt muss hier stattfinden (Art. 48c MSchG). Schweizer Leder, das selbst die Voraussetzungen erf\u00fcllt, z\u00e4hlt voll; wird der G\u00fcrtel im Ausland gefertigt, reicht es trotzdem nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Darf man Taschen aus Pythonleder verkaufen?<\/h3>\n<p>Ja, unter Einhaltung des BGCITES. Die Einfuhr von Exemplaren gelisteter Arten, auch als Fertigprodukt, braucht eine Bewilligung des BLV. H\u00e4ndler bewahren die Herkunftsnachweise auf, geben sie an K\u00e4ufer weiter und f\u00fchren eine Bestandeskontrolle.<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n<section id=\"sources\">\n<h2>Quellen<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ige.ch\/de\/etwas-schuetzen\/marken\/kosten-und-gebuehren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IGE, Marken: Kosten und Geb\u00fchren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2017\/62\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebensmittelgesetz (LMG), SR 817.0, Art. 5 und 26<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2005\/811\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verordnung des EDI \u00fcber Gegenst\u00e4nde f\u00fcr den Humankontakt, SR 817.023.41<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2005\/478\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV), SR 814.81, Anhang 2.16<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2013\/600\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesgesetz \u00fcber den Verkehr mit Tieren und Pflanzen gesch\u00fctzter Arten (BGCITES), SR 453<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1993\/274_274_274\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Markenschutzgesetz (MSchG), SR 232.11, Art. 48c<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1993\/296_296_296\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Markenschutzverordnung (MSchV), SR 232.111, Art. 52e und 52i<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/de\/aufhebung-industriezoelle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SECO, Aufhebung der Industriez\u00f6lle<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<div class=\"conclusion-box\">\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Eine Lederwaren-Marke gr\u00fcnden Sie in der Schweiz ohne Bewilligung, aber nicht ohne Dossier. Die Marke geh\u00f6rt vor der ersten Etikette angemeldet, jede Tasche, jeder G\u00fcrtel und jedes Portemonnaie sollte sich einem Pr\u00fcfbericht zu Chrom(VI) und Farbstoffen zuordnen lassen, jede Schnalle einem Nickeltest und jedes exotische Leder einer BLV-Bewilligung. Mit diesem Dossier beantworten Sie Fragen des kantonalen Laboratoriums, eines H\u00e4ndlers oder einer Kundin mit denselben Unterlagen und entscheiden \u00fcber Swiss made auf der Grundlage echter Zahlen. RISTER begleitet Marken bei der Gr\u00fcndung ihrer Gesellschaft und danach bei Buchhaltung, Lagerbewertung und Mehrwertsteuer, mit einer Gesch\u00e4ftsleitung, die 25 Jahre Erfahrung mit Schweizer KMU mitbringt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in der Schweiz eine Lederwaren-Marke gr\u00fcnden will, braucht daf\u00fcr keine Bewilligung, keinen Fachausweis und keine Registrierung der Modelle. Wer bei dieser Suche zuerst auf Seiten zum Markenschutz st\u00f6sst, liegt trotzdem richtig: Der Name ist das erste Kapital einer Taschen- oder G\u00fcrtelmarke und geh\u00f6rt vor der ersten Etikette gesch\u00fctzt. Gleich danach kommt das Produktrecht. Taschen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":237096,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[139,1],"tags":[],"class_list":["post-237084","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert","category-non-classifiee"],"rank_math":{"rank_math_title":"Lederwaren-Marke gr\u00fcnden in der Schweiz: Recht und Marke","rank_math_description":"Lederwaren-Marke gr\u00fcnden: Markenanmeldung beim IGE, Chrom(VI), Azofarbstoffe, Nickel der Schnallen, Pflichten des Importeurs, CITES und Swiss made.","rank_math_focus_keyword":"Lederwaren-Marke gr\u00fcnden"},"acf":[],"permalink_manager":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=237084"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237084\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":237085,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237084\/revisions\/237085"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/237096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=237084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=237084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=237084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}