{"id":237074,"date":"2026-10-16T09:00:00","date_gmt":"2026-10-16T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rister.ch\/?p=237074"},"modified":"2026-10-14T14:42:32","modified_gmt":"2026-10-14T12:42:32","slug":"sanitaerfirma-gruenden-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/sanitaerfirma-gruenden-schweiz\/","title":{"rendered":"Eine Sanit\u00e4rfirma in der Schweiz gr\u00fcnden: Installationsberechtigung, GAV, M\u00e4ngelrecht 2026 und Bauhandwerkerpfandrecht"},"content":{"rendered":"<div class=\"intro-box\">\n<p>Wer in der Schweiz eine Sanit\u00e4rfirma gr\u00fcnden will, spricht zuerst nicht mit dem Handelsregister, sondern mit dem Wasserversorger der Gemeinden, in denen er arbeiten wird. Ein Bundesgesetz, das Sanit\u00e4rinstallateure einer Bewilligung unterstellt, gibt es nicht. Die Versorger legen aber selbst fest, wer an Trinkwasser- und Gasinstallationen arbeiten darf: In Basel braucht jede Firma eine Installationsbewilligung der IWB, in Z\u00fcrich wird jede Arbeit vorher bei der Wasserversorgung beantragt. Dazu kommen der GAV der Geb\u00e4udetechnik, die Suva von Gesetzes wegen und zwei Regeln, die Ihre Rechnung betreffen: die neue 60-Tage-Frist f\u00fcr M\u00e4ngel seit dem 1. Januar 2026 und das Bauhandwerkerpfandrecht. Dieser Beitrag ordnet sie f\u00fcr Installateure, die sich in der Deutschschweiz selbstst\u00e4ndig machen, auch f\u00fcr Grenzg\u00e4nger aus Deutschland.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"table-of-contents\">\n<h3>Inhalt<\/h3>\n<ol>\n<li><a href=\"#wasserversorger\">Zuerst der Wasserversorger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#svgw-zertifikat\">Das SVGW-Zertifikat nach GW 101<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#gav\">Der GAV Geb\u00e4udetechnik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#personal\">Personal anstellen: Suva und Zeiterfassung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#entsendung\">Aus Deutschland einsetzen: Meldung und Notf\u00e4lle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#maengel\">M\u00e4ngelrecht seit 2026: 60 Tage<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#pfandrecht\">Das Bauhandwerkerpfandrecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#gruendung\">GmbH oder AG<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#fehler\">Teure Fehler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#faq\">FAQ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<h2 id=\"wasserversorger\">Zuerst der Wasserversorger<\/h2>\n<p>Die Schweiz kennt f\u00fcr Sanit\u00e4rinstallateure kein Gegenst\u00fcck zur Bewilligung, die Elektroinstallateure beim ESTI brauchen. Die Regeln des Berufs stehen in den Werkvorschriften der lokalen Versorger, und sie unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Zwei Beispiele zeigen, wie konkret sie sind.<\/p>\n<p>In Basel halten die Werkvorschriften Wasser der IWB (Stand 6. Dezember 2022) fest: \u00abArbeiten an Hausinstallationen d\u00fcrfen nur von Unternehmen durchgef\u00fchrt werden, die eine Installationsbewilligung von IWB besitzen.\u00bb Vor jeder Installation reicht die Firma eine Installationsanzeige mit Planungsunterlagen ein, und \u00abbis zur Genehmigung der Installationsanzeige d\u00fcrfen vor Ort keinerlei Installationsarbeiten vorgenommen werden\u00bb. Nicht meldepflichtig sind Instandhaltungsarbeiten sowie das Anschliessen und Auswechseln von Apparaten und Auslaufarmaturen mit gleichen Belastungswerten. F\u00fcr Erdgas haben die IWB eigene Werkvorschriften.<\/p>\n<p>In der Stadt Z\u00fcrich gilt das gleiche Prinzip: \u00abArbeiten an Haustechnikanlagen sind vor der Ausf\u00fchrung durch die Installationsberechtigten mit einer Installationsanzeige oder einem Leitungsschema bei der WVZ zur Bewilligung zu beantragen.\u00bb Wer in mehreren Gemeinden arbeitet, kl\u00e4rt deshalb vor dem ersten Angebot bei jedem Versorger ab, welche Berechtigung er verlangt und welche Arbeiten anzeigepflichtig sind.<\/p>\n<h2 id=\"svgw-zertifikat\">Das SVGW-Zertifikat nach GW 101<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Installationsberechtigung k\u00f6nnen sich die Versorger auf die Personenzertifizierung des SVGW st\u00fctzen. Nach dem Reglement GW 101 bescheinigt das Zertifikat, \u00abdass der Inhaber \u00fcber die angemessene Fachkundigkeit verf\u00fcgt, um Installationsarbeiten an Haustechnikanlagen f\u00fcr Trinkwasser ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen\u00bb. Der SVGW f\u00fchrt f\u00fcr die Wasserversorgungen ein Register der berechtigten Fachpersonen.<\/p>\n<p>Zugelassen wird, wer ein EFZ als Sanit\u00e4rinstallateur und mindestens zwei Jahre Berufspraxis nach der Grundbildung mitbringt, oder einen Abschluss der Sekundarstufe II und mindestens vier Jahre Praxis in der Sanit\u00e4rbranche; in beiden F\u00e4llen kommt das Zertifikat eines SVGW-Richtlinienkurses dazu. Das Zertifikat gilt f\u00fcnf Jahre ab Ausstellungsdatum. Wer seine Ausbildung in Deutschland abgeschlossen hat, kl\u00e4rt mit der Zertifizierungsstelle des SVGW, ob und wie sein Abschluss angerechnet wird, bevor er Auftr\u00e4ge annimmt.<\/p>\n<h2 id=\"gav\">Der GAV Geb\u00e4udetechnik<\/h2>\n<p>Der Gesamtarbeitsvertrag in der Schweizerischen Geb\u00e4udetechnikbranche ist am 1. Januar 2025 in Kraft getreten und l\u00e4uft bis zum 31. Dezember 2028. Der Bundesrat hat ihn allgemeinverbindlich erkl\u00e4rt, und zwar \u00abf\u00fcr die ganze Schweiz mit Ausnahme der Kantone Genf, Waadt und Wallis\u00bb, unter anderem f\u00fcr Installations-, Reparatur- und Servicefirmen im Bereich \u00abSanit\u00e4r einschliesslich Rohr- und Werkleitungen\u00bb. Eine Sanit\u00e4rfirma in Basel, Bern oder Z\u00fcrich ist ihm also ab dem ersten Angestellten unterstellt, ob sie Mitglied von suissetec ist oder nicht. Planungsb\u00fcros fallen laut suissetec nicht unter den GAV.<\/p>\n<div class=\"rister-table-wrap\">\n<table class=\"rister-table\">\n<thead>\n<tr>\n<th>Thema<\/th>\n<th>Was der GAV vorsieht<\/th>\n<th>Artikel<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Arbeitszeit<\/td>\n<td>Durchschnittlich 40 Stunden pro Woche, 2080 Stunden pro Jahr; grunds\u00e4tzlich 5-Tage-Woche<\/td>\n<td>Art. 25.1 und 25.2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Stundenlohn<\/td>\n<td>Berechnet auf 173,3 Stunden pro Monat<\/td>\n<td>Art. 25.3<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ferien<\/td>\n<td>27 Tage bis 20, 25 Tage von 21 bis 49, 27 Tage von 50 bis 54, 28 Tage von 55 bis 60, 30 Tage von 61 bis 65 Jahren<\/td>\n<td>Art. 29.1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>13. Monatslohn<\/td>\n<td>100 Prozent des durchschnittlichen Monatslohns, sp\u00e4testens im Dezember<\/td>\n<td>Art. 40.1 und 40.2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Beitr\u00e4ge<\/td>\n<td>Vollzugskosten- und Weiterbildungsbeitrag<\/td>\n<td>Art. 20<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"rister-caption\">Quelle: GAV in der Schweizerischen Geb\u00e4udetechnikbranche, g\u00fcltig ab 1. Januar 2025, mit Bundesratsbeschluss \u00fcber die Allgemeinverbindlicherkl\u00e4rung (Anhang 5.1).<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Mindestl\u00f6hne stehen im Anhang des GAV und h\u00e4ngen von der Lohnkategorie jedes Mitarbeitenden ab. Sie sind die erste Zahl in Ihrer Kalkulation des Stundenansatzes. In Genf gilt ein eigener kantonaler GAV f\u00fcr die technischen Berufe des Bauwesens, der 2026 neu allgemeinverbindlich erkl\u00e4rt wurde.<\/p>\n<div class=\"rister-cta-inline\">\n<p class=\"rister-cta-kicker\">Ihre Sanit\u00e4rfirma in der Schweiz<\/p>\n<p class=\"rister-cta-title\">Eine saubere Struktur, bevor die erste Installationsanzeige rausgeht<\/p>\n<p>Gr\u00fcndung der GmbH oder AG und Eintrag ins Handelsregister, Anschluss an Suva, Ausgleichskasse und Pensionskasse, L\u00f6hne nach GAV Geb\u00e4udetechnik, Buchhaltung pro Baustelle mit Anzahlungen und offenen Forderungen: RISTER\u00ae richtet Ihre Firma ein und f\u00fchrt die Administration, damit Sie auf der Baustelle bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>    <a class=\"rister-cta-button\" href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gespr\u00e4ch vereinbaren<\/a><br \/>\n    <span class=\"rister-cta-note\">RISTER \u2013 Treuhand in Genf, Antwort innert eines Arbeitstages.<\/span>\n<\/div>\n<h2 id=\"personal\">Personal anstellen: Suva und Zeiterfassung<\/h2>\n<p>Bei der Unfallversicherung haben Sie keine Wahl. Nach Art. 66 Abs. 1 Bst. b UVG sind bei der Suva die Arbeitnehmer der \u00abBetriebe des Bau- und Installationsgewerbes sowie des Leitungsbaus\u00bb obligatorisch versichert. Ein Angebot einer privaten Versicherung f\u00fcr die Berufsunfallversicherung Ihrer Monteure ist f\u00fcr eine Sanit\u00e4rfirma deshalb kein Thema.<\/p>\n<p>Der GAV verlangt ausserdem Ordnung bei der Zeit. Bei einer Kontrolle muss die Firma unter anderem Arbeitsvertr\u00e4ge, Lohnabrechnungen und Arbeitszeitrapporte vorlegen, und \u00abwird die Arbeitszeit im Betrieb nicht erfasst, gilt dies als GAV-Verstoss\u00bb (Art. 13.7). Eine Zeiterfassung pro Mitarbeitenden und pro Baustelle geh\u00f6rt deshalb vom ersten Tag an zur Firma, nicht erst ab dem f\u00fcnften Angestellten.<\/p>\n<p>Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Sanit\u00e4rinstallateur EFZ, der in Freiburg im Breisgau wohnt und seit zehn Jahren in Basel arbeitet, gr\u00fcndet mit einem Kollegen eine GmbH in Basel. Sein SVGW-Zertifikat hat er bereits. Vor dem ersten Auftrag beantragt die GmbH die Installationsbewilligung der IWB; vor jeder Neuinstallation reicht sie die Installationsanzeige ein und wartet die Genehmigung ab. Die beiden ersten Monteure sind bei der Suva versichert, erhalten Lohn, Ferien und 13. Monatslohn nach GAV, und ihre Stunden werden t\u00e4glich erfasst. Als die Firma einen Auftrag in der Stadt Z\u00fcrich erh\u00e4lt, kl\u00e4rt sie vorher ab, was die WVZ verlangt.<\/p>\n<h2 id=\"entsendung\">Aus Deutschland einsetzen: Meldung und Notf\u00e4lle<\/h2>\n<p>Viele Betriebe aus Baden-W\u00fcrttemberg arbeiten in der Nordwestschweiz, bevor sie dort eine Firma gr\u00fcnden. Das Entsendegesetz verlangt, dass der Arbeitgeber jeden Einsatz vor Beginn schriftlich und in der Amtssprache des Einsatzortes meldet, mit Identit\u00e4t und Lohn der entsandten Personen, T\u00e4tigkeit und Arbeitsort (Art. 6 Abs. 1 EntsG). Im Grundsatz gilt: \u00abDie Arbeit darf fr\u00fchestens acht Tage, nachdem der Einsatz gemeldet worden ist, aufgenommen werden\u00bb (Art. 6 Abs. 3 EntsG). Im Bauhaupt- und Baunebengewerbe ist die Meldung unabh\u00e4ngig von der Dauer der Arbeiten n\u00f6tig (Art. 6 Abs. 2 Bst. a EntsV).<\/p>\n<p>F\u00fcr Reparaturen gibt es eine Ausnahme: \u00abIn Notf\u00e4llen wie Reparaturen, Unf\u00e4llen, Naturkatastrophen oder anderen nicht vorhersehbaren Ereignissen\u00bb darf die Arbeit vor Ablauf der acht Tage beginnen, \u00abfr\u00fchestens jedoch am Tag der Meldung\u00bb (Art. 6 Abs. 3 EntsV). Ein Betrieb aus L\u00f6rrach darf einen Rohrbruch in Basel also am selben Tag beheben, wenn er den Einsatz an diesem Tag meldet. W\u00e4hrend des Einsatzes gelten f\u00fcr seine Monteure die Mindestbedingungen des allgemeinverbindlich erkl\u00e4rten GAV (Art. 2 EntsG), und auch f\u00fcr ihn gilt die Regel der IWB, dass nur Unternehmen mit Installationsbewilligung an Hausinstallationen arbeiten. Werden die Eins\u00e4tze regelm\u00e4ssig, ist eine eigene Schweizer Firma meist die einfachere L\u00f6sung.<\/p>\n<h2 id=\"maengel\">M\u00e4ngelrecht seit 2026: 60 Tage<\/h2>\n<p>Seit dem 1. Januar 2026 sch\u00fctzt das Obligationenrecht die Kunden von Installateuren st\u00e4rker, und das ist ein Grund, Ihre allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen vor der Gr\u00fcndung zu \u00fcberarbeiten. Eine Sanit\u00e4rinstallation ist ein unbewegliches Werk: \u00abDie Frist f\u00fcr die M\u00e4ngelr\u00fcge betr\u00e4gt bei einem unbeweglichen Werk 60 Tage. Die Vereinbarung einer k\u00fcrzeren Frist ist unwirksam\u00bb (Art. 367 Abs. 1bis OR). Verdeckte M\u00e4ngel sind \u00abinnert 60 Tagen nach ihrer Entdeckung anzuzeigen\u00bb (Art. 370 Abs. 4 OR). Und: \u00abEine zum Voraus getroffene Verabredung, wonach der Anspruch auf unentgeltliche Verbesserung eingeschr\u00e4nkt oder ausgeschlossen wird, ist ung\u00fcltig, wenn der Mangel eine Baute betrifft\u00bb (Art. 368 Abs. 2bis OR).<\/p>\n<p>Die Anspr\u00fcche des Bestellers verj\u00e4hren f\u00fcnf Jahre nach der Abnahme, und diese Frist \u00abkann nicht zu Lasten des Bestellers abge\u00e4ndert werden\u00bb (Art. 371 Abs. 2 und 3 OR). Praktisch heisst das: Jede Installation wird mit einem schriftlichen Abnahmeprotokoll \u00fcbergeben. Es setzt die Fristen in Gang und hilft sp\u00e4ter zu unterscheiden, ob ein Mangel von Anfang an bestand oder durch sp\u00e4tere Eingriffe entstanden ist.<\/p>\n<h2 id=\"pfandrecht\">Das Bauhandwerkerpfandrecht<\/h2>\n<p>Das Zivilgesetzbuch gibt dem Installateur eine Sicherheit am Grundst\u00fcck selbst. Handwerker und Unternehmer, die auf einem Grundst\u00fcck Material und Arbeit oder Arbeit allein geliefert haben, haben Anspruch auf ein gesetzliches Grundpfandrecht an diesem Grundst\u00fcck, ob ihr Schuldner der Eigent\u00fcmer, ein Generalunternehmer oder ein Mieter ist (Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB). Die Frist ist kurz: \u00abDie Eintragung hat bis sp\u00e4testens vier Monate nach der Vollendung der Arbeit zu erfolgen\u00bb (Art. 839 Abs. 2 ZGB), und zwar f\u00fcr eine Pfandsumme, die der Eigent\u00fcmer anerkannt oder das Gericht festgestellt hat (Art. 839 Abs. 3 ZGB).<\/p>\n<p>Zwei F\u00e4lle kommen in der Praxis h\u00e4ufig vor:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Mieter eines Ladenlokals<\/strong> l\u00e4sst die Sanit\u00e4ranlagen erneuern: Das Pfandrecht besteht nur, \u00abwenn der Grundeigent\u00fcmer seine Zustimmung zur Ausf\u00fchrung der Arbeiten erteilt hat\u00bb (Art. 837 Abs. 2 ZGB). Holen Sie diese Zustimmung vor Arbeitsbeginn schriftlich ein, sonst bleibt eine offene Rechnung gegen einen Mieter, der auszieht, ungesichert.<\/li>\n<li><strong>Als Subunternehmer eines Generalunternehmers<\/strong> haftet Ihnen das Grundst\u00fcck der Bauherrschaft, auch ohne Vertrag mit ihr. \u00abAuf gesetzliche Grundpfandrechte nach diesem Artikel kann der Berechtigte nicht zum Voraus verzichten\u00bb (Art. 837 Abs. 3 ZGB), was immer im Subunternehmervertrag steht.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"conseil-rister\">\n<h4>Rat von RISTER<\/h4>\n<p>Halten Sie f\u00fcr jede Baustelle das Datum der Vollendung Ihrer Arbeiten schriftlich fest und verbuchen Sie Anzahlungen und Zahlungen pro Baustelle. Zahlt ein Kunde nicht, rechnen Sie die vier Monate ab diesem Datum; mit einer Debitorenliste pro Baustelle sehen Sie rechtzeitig, wann Sie handeln m\u00fcssen.<\/p>\n<\/div>\n<h2 id=\"gruendung\">GmbH oder AG<\/h2>\n<p>F\u00fcr die meisten Sanit\u00e4rfirmen, die mit einem oder zwei Gesellschaftern starten, passt die GmbH mit einem voll einbezahlten Stammkapital von 20 000 Franken. Die AG mit 100 000 Franken Aktienkapital, wovon mindestens 50 000 Franken einbezahlt, lohnt sich, wenn die Firma w\u00e4chst oder sich um gr\u00f6ssere Ausschreibungen bewirbt. Den Ablauf bis zum Handelsregistereintrag beschreiben wir auf unserer Seite <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/service\/firmengrundung-in-genf\/\">Firmengr\u00fcndung in Genf<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fchrt Ihre Firma auch Bauarbeiten aus, finden Sie den Landesmantelvertrag und die Solidarhaftung gegen\u00fcber Subunternehmern in unserem Beitrag zur <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/bauunternehmen-gruenden-schweiz\/\">Gr\u00fcndung eines Bauunternehmens<\/a>; kommen Elektroinstallationen dazu, erkl\u00e4rt der Beitrag zur <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/elektrofirma-gruenden-schweiz\/\">Gr\u00fcndung einer Elektrofirma<\/a> die Bewilligung des ESTI.<\/p>\n<h2 id=\"fehler\">Teure Fehler<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Mit einer Installation beginnen, bevor der Versorger die Installationsanzeige genehmigt hat.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Annehmen, die Regeln von Basel g\u00e4lten auch in Z\u00fcrich<\/strong>, oder umgekehrt: Jeder Versorger hat seine eigenen Werkvorschriften.<\/li>\n<li><strong>Das SVGW-Zertifikat verfallen lassen<\/strong>: Es gilt f\u00fcnf Jahre.<\/li>\n<li><strong>Den GAV erst beim ersten Kontrollbesuch lesen<\/strong> und keine Arbeitszeit erfassen.<\/li>\n<li><strong>AGB behalten, die eine R\u00fcgefrist von acht Tagen vorsehen<\/strong>: seit dem 1. Januar 2026 unwirksam.<\/li>\n<li><strong>F\u00fcr einen Mieter arbeiten, ohne die schriftliche Zustimmung des Eigent\u00fcmers<\/strong>, und erst sp\u00e4ter merken, dass kein Pfandrecht m\u00f6glich ist.<\/li>\n<\/ul>\n<section id=\"faq\">\n<h2>FAQ: Sanit\u00e4rfirma gr\u00fcnden in der Schweiz<\/h2>\n<div class=\"question\">\n<h3>Braucht man eine Bewilligung f\u00fcr eine Sanit\u00e4rfirma?<\/h3>\n<p>Nicht vom Bund, aber oft vom Wasserversorger. In Basel d\u00fcrfen nur Unternehmen mit einer Installationsbewilligung der IWB an Hausinstallationen arbeiten, und vor jeder Installation wird eine Installationsanzeige genehmigt. In Z\u00fcrich werden Arbeiten an Haustechnikanlagen vorher bei der WVZ beantragt. Kl\u00e4ren Sie die Regeln bei jedem Versorger ab, bevor Sie Angebote schreiben.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Welche Ausbildung verlangt die Wasserversorgung?<\/h3>\n<p>Massgebend ist oft das SVGW-Zertifikat nach Reglement GW 101, das der SVGW f\u00fcr die Wasserversorgungen registriert. Zugelassen wird, wer ein EFZ als Sanit\u00e4rinstallateur und mindestens zwei Jahre Berufspraxis hat, oder einen Abschluss der Sekundarstufe II und mindestens vier Jahre Praxis in der Branche, jeweils mit einem SVGW-Richtlinienkurs. Das Zertifikat gilt f\u00fcnf Jahre.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Welcher GAV gilt f\u00fcr Sanit\u00e4rinstallateure?<\/h3>\n<p>Der GAV in der Schweizerischen Geb\u00e4udetechnikbranche, g\u00fcltig vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Dezember 2028 und allgemeinverbindlich f\u00fcr die ganze Schweiz ausser Genf, Waadt und Wallis. Er sieht unter anderem durchschnittlich 40 Wochenstunden, 25 bis 30 Ferientage je nach Alter und einen vollen 13. Monatslohn vor. In Genf gilt ein eigener kantonaler GAV.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Wie lange hat der Kunde f\u00fcr eine M\u00e4ngelr\u00fcge?<\/h3>\n<p>Seit dem 1. Januar 2026 hat der Kunde bei einem unbeweglichen Werk wie einer Sanit\u00e4rinstallation 60 Tage f\u00fcr die M\u00e4ngelr\u00fcge (Art. 367 Abs. 1bis OR), bei verdeckten M\u00e4ngeln ab der Entdeckung (Art. 370 Abs. 4 OR). K\u00fcrzere Fristen in den AGB sind unwirksam, ebenso ein Ausschluss der Nachbesserung bei Bauten (Art. 368 Abs. 2bis OR). Die Verj\u00e4hrung betr\u00e4gt f\u00fcnf Jahre ab Abnahme.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Wie sichert ein Installateur seine Rechnung?<\/h3>\n<p>Mit dem Bauhandwerkerpfandrecht am Grundst\u00fcck, auf dem er gearbeitet hat (Art. 837 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB). Die Eintragung muss sp\u00e4testens vier Monate nach Vollendung der Arbeit erfolgen (Art. 839 Abs. 2 ZGB). Ist ein Mieter der Schuldner, braucht es die Zustimmung des Eigent\u00fcmers zu den Arbeiten. Zum Voraus verzichten kann man auf das Pfandrecht nicht.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Darf eine deutsche Firma in der Schweiz Reparaturen ausf\u00fchren?<\/h3>\n<p>Ja, wenn sie jeden Einsatz vorher meldet. Die Wartefrist von acht Tagen nach der Meldung entf\u00e4llt in Notf\u00e4llen wie Reparaturen; die Arbeit darf dann fr\u00fchestens am Tag der Meldung beginnen (Art. 6 Abs. 3 EntsV). W\u00e4hrend des Einsatzes gelten die Mindestbedingungen des allgemeinverbindlich erkl\u00e4rten GAV, und die Berechtigung des lokalen Wasserversorgers bleibt n\u00f6tig.<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n<section id=\"sources\">\n<h2>Quellen<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.iwb.ch\/dam\/jcr:eb465790-1c33-4256-b5f0-d6a15929cbf8\/iwb_WV_Wasser_1222.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IWB, Werkvorschriften Wasser (Stand 6.12.2022), Kapitel 9 Installationsanzeige<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.stadt-zuerich.ch\/de\/umwelt-und-energie\/wasser\/wasserversorgung\/haustechnik.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stadt Z\u00fcrich, Wasserversorgung, Haustechnik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.svgw.ch\/shopregelwerk\/produkte\/personenzertifizierung-gw101-gemaess-reglement-installationsarbeiten-trinkwasser\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SVGW, Personenzertifizierung GW 101, Installationsarbeiten Trinkwasser<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/suissetec.ch\/de\/gav.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">suissetec, GAV Geb\u00e4udetechnik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1982\/1676_1676_1676\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesgesetz \u00fcber die Unfallversicherung (UVG), SR 832.20<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2003\/231\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entsendegesetz (EntsG), SR 823.20<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2003\/232\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Entsendeverordnung (EntsV), SR 823.201<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/27\/317_321_377\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Obligationenrecht (OR), SR 220<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/24\/233_245_233\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zivilgesetzbuch (ZGB), SR 210<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<div class=\"conclusion-box\">\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Eine Sanit\u00e4rfirma gr\u00fcnden Sie in der Schweiz ohne Bundesbewilligung, arbeiten d\u00fcrfen Sie aber erst, wenn der Wasserversorger Ihre Firma zul\u00e4sst und Ihre Installationsanzeigen genehmigt. Mit dem ersten Angestellten kommen der GAV Geb\u00e4udetechnik und die Suva dazu. Ihre AGB m\u00fcssen die 60-Tage-Frist seit dem 1. Januar 2026 ber\u00fccksichtigen, und Ihre Buchhaltung muss jede Baustelle so verfolgen, dass Sie die vier Monate f\u00fcr das Bauhandwerkerpfandrecht nie verpassen. RISTER begleitet Installateure bei der Gr\u00fcndung ihrer Gesellschaft und danach bei L\u00f6hnen, Buchhaltung und Mehrwertsteuer, mit einer Gesch\u00e4ftsleitung, die 25 Jahre Erfahrung mit Schweizer KMU mitbringt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in der Schweiz eine Sanit\u00e4rfirma gr\u00fcnden will, spricht zuerst nicht mit dem Handelsregister, sondern mit dem Wasserversorger der Gemeinden, in denen er arbeiten wird. Ein Bundesgesetz, das Sanit\u00e4rinstallateure einer Bewilligung unterstellt, gibt es nicht. Die Versorger legen aber selbst fest, wer an Trinkwasser- und Gasinstallationen arbeiten darf: In Basel braucht jede Firma eine Installationsbewilligung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":237091,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[139,1],"tags":[],"class_list":["post-237074","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nicht-kategorisiert","category-non-classifiee"],"rank_math":{"rank_math_title":"Sanit\u00e4rfirma gr\u00fcnden in der Schweiz: Bewilligung, GAV, M\u00e4ngel","rank_math_description":"Sanit\u00e4rfirma gr\u00fcnden: Bewilligung des Wasserversorgers, SVGW-Zertifikat, GAV Geb\u00e4udetechnik, Suva, 60-Tage-M\u00e4ngelfrist 2026 und Bauhandwerkerpfandrecht.","rank_math_focus_keyword":"Sanit\u00e4rfirma gr\u00fcnden"},"acf":[],"permalink_manager":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237074","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=237074"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237074\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":237075,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237074\/revisions\/237075"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/237091"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=237074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=237074"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=237074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}