{"id":236314,"date":"2026-09-24T09:00:00","date_gmt":"2026-09-24T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rister.ch\/?p=236314"},"modified":"2026-09-18T11:05:11","modified_gmt":"2026-09-18T09:05:11","slug":"medizinprodukte-unternehmen-gruenden-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/medizinprodukte-unternehmen-gruenden-schweiz\/","title":{"rendered":"Medizinprodukte in der Schweiz herstellen, importieren oder vertreiben: Medizinprodukteverordnung, Klassen, Schweizer Bevollm\u00e4chtigter und CHRN"},"content":{"rendered":"<div class=\"intro-box\">\n<p>Wer ein Medizinprodukte-Unternehmen gr\u00fcnden will, sucht in der Schweiz vergeblich nach einer Betriebsbewilligung. Anders als bei Arzneimitteln l\u00e4sst Swissmedic weder das Unternehmen noch das Produkt vor dem Verkauf zu. Verlangt wird etwas anderes: Das Produkt muss vor dem ersten Inverkehrbringen nachweislich konform sein, und der Weg dorthin h\u00e4ngt von seiner Risikoklasse ab, also davon, ob es invasiv, implantierbar oder aktiv ist und wie lange es mit dem K\u00f6rper in Kontakt bleibt.<\/p>\n<p>Hinzu kommt eine politische Besonderheit. Seit die EU das Abkommen \u00fcber die gegenseitige Anerkennung nicht mehr aktualisiert, behandelt sie die Schweiz als Drittstaat, und das Schweizer Recht verlangt f\u00fcr ausl\u00e4ndische Hersteller einen Bevollm\u00e4chtigten und einen Importeur mit Sitz in der Schweiz. RISTER\u00ae erkl\u00e4rt, was das f\u00fcr Gr\u00fcnderinnen und Gr\u00fcnder in Basel, Z\u00fcrich oder Bern, f\u00fcr ausl\u00e4ndische Hersteller und f\u00fcr Gesellschaften bedeutet, die als CH-REP oder Importeur t\u00e4tig werden wollen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"table-of-contents\">\n<h3>Inhalt<\/h3>\n<ol>\n<li><a href=\"#keine-bewilligung\">Keine Bewilligung, aber Konformit\u00e4t vor dem ersten Verkauf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#mepv\">Medizinprodukteverordnung (MepV): Klassen und invasive Produkte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#wirtschaftsakteure\">Hersteller, Bevollm\u00e4chtigter, Importeur, H\u00e4ndler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#chrn\">CHRN und swissdamed: zuerst der Handelsregistereintrag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#ch-rep\">CH-REP: der Schweizer Bevollm\u00e4chtigte als Gesch\u00e4ftsfeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#drittstaat\">Drittstaat Schweiz: CE-Kennzeichen, \u00dcbergangsfristen, FDA-Produkte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#klinische-pruefungen\">Klinische Pr\u00fcfungen: Kategorie A oder C<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#gesellschaft\">Rechtsform, Standort, Zoll und MWST<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#fehler\">Typische Fehler bei Medtech-Gr\u00fcndungen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<h2 id=\"keine-bewilligung\">Keine Bewilligung, aber Konformit\u00e4t vor dem ersten Verkauf<\/h2>\n<p>Am Anfang steht die Frage, ob das Produkt \u00fcberhaupt ein Medizinprodukt ist. Die Medizinprodukteverordnung erfasst Instrumente, Apparate, Ger\u00e4te, Software, Implantate, Reagenzien und Materialien, die dem Hersteller zufolge f\u00fcr Menschen bestimmt sind und \u00abderen bestimmungsgem\u00e4sse Hauptwirkung im oder am menschlichen K\u00f6rper weder durch pharmakologische oder immunologische Mittel noch metabolisch erreicht wird\u00bb (Art. 3 MepV). Eine Diagnose-Software kann deshalb ein Medizinprodukt sein; wirkt ein Produkt pharmakologisch, ist es ein Arzneimittel mit Betriebsbewilligung und fachtechnisch verantwortlicher Person, wie wir es im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/pharmaunternehmen-gruenden-schweiz\/\">Pharmaunternehmen gr\u00fcnden in der Schweiz<\/a> beschreiben.<\/p>\n<p>Swissmedic formuliert den Unterschied knapp: \u00abAnders als Arzneimittel durchlaufen Medizinprodukte keine beh\u00f6rdliche Zulassung.\u00bb Der Schwerpunkt liege \u00abin einer effizienten Markt\u00fcberwachung\u00bb. Frei verk\u00e4uflich ist ein Produkt deshalb nicht: Es darf nur in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden, wenn es der Verordnung entspricht (Art. 6 Abs. 1 MepV). Swissmedic pr\u00e4zisiert, dass diese Anforderung \u00abauch f\u00fcr Medizinprodukte und IVD, die kostenlos abgegeben, vermietet oder direkt angewendet werden\u00bb gilt, also auch f\u00fcr Leihger\u00e4te und Mietmodelle.<\/p>\n<div class=\"rister-table-wrap\">\n<table class=\"rister-table\">\n<caption class=\"rister-caption\">Arzneimittel und Medizinprodukt: was das Unternehmen organisieren muss<\/caption>\n<thead>\n<tr>\n<th>Frage<\/th>\n<th>Arzneimittel<\/th>\n<th>Medizinprodukt<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Vor dem Verkauf<\/td>\n<td>Zulassung und Betriebsbewilligung von Swissmedic<\/td>\n<td>Konformit\u00e4tsbewertung je nach Klasse, keine Bewilligung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Rolle von Swissmedic<\/td>\n<td>Bewilligung und Inspektion<\/td>\n<td>Registrierung von Akteuren und Produkten, Markt\u00fcberwachung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Schl\u00fcsselperson<\/td>\n<td>Fachtechnisch verantwortliche Person<\/td>\n<td>F\u00fcr die Einhaltung der Vorschriften verantwortliche Person (PRRC)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Hersteller im Ausland<\/td>\n<td>Importeur mit Swissmedic-Bewilligung<\/td>\n<td>Schweizer Bevollm\u00e4chtigter und Importeur<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h2 id=\"mepv\">Medizinprodukteverordnung (MepV): Klassen und invasive Produkte<\/h2>\n<p>Die MepV teilt Produkte \u00abunter Ber\u00fccksichtigung ihrer Zweckbestimmung und der damit verbundenen Risiken in die Klassen I, IIa, IIb und III\u00bb ein und erkl\u00e4rt Anhang VIII der EU-Medizinprodukteverordnung (EU-MDR, Verordnung 2017\/745) f\u00fcr massgebend (Art. 15 MepV). F\u00fcr In-vitro-Diagnostika gilt die parallele IvDV mit den Klassen A bis D. In den Swissmedic-FAQ steht unmissverst\u00e4ndlich: \u00abEs ist die Aufgabe des Herstellers, die korrekte Klassifizierung seiner Produkte vorzunehmen.\u00bb<\/p>\n<h3>Invasiv, implantierbar, vor\u00fcbergehend: die Begriffe hinter der Klasse<\/h3>\n<p>Die EU-MDR definiert ein invasives Produkt als Produkt, \u00abdas durch die K\u00f6rperoberfl\u00e4che oder \u00fcber eine K\u00f6rper\u00f6ffnung ganz oder teilweise in den K\u00f6rper eindringt\u00bb. Implantierbar ist ein Produkt, das durch einen klinischen Eingriff ganz in den K\u00f6rper eingef\u00fchrt wird und dort verbleibt, oder teilweise eingef\u00fchrt wird und mindestens 30 Tage bleibt. F\u00fcr die Dauer gilt: \u00abVor\u00fcbergehend\u00bb bedeutet eine ununterbrochene Anwendung von weniger als 60 Minuten, \u00abkurzzeitig\u00bb zwischen 60 Minuten und 30 Tagen, \u00ablangzeitig\u00bb mehr als 30 Tage.<\/p>\n<div class=\"rister-table-wrap\">\n<table class=\"rister-table\">\n<caption class=\"rister-caption\">Die f\u00fcr invasive und nicht invasive Produkte wichtigsten Klassifizierungsregeln (Anhang VIII EU-MDR, Regeln 1, 5 bis 8 und 11)<\/caption>\n<thead>\n<tr>\n<th>Produkttyp<\/th>\n<th>Grundklasse<\/th>\n<th>H\u00e4ufige Abweichungen<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nicht invasiv (Regel 1)<\/td>\n<td>I<\/td>\n<td>H\u00f6her, wenn eine speziellere Regel greift, etwa f\u00fcr aktive Produkte<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Invasiv \u00fcber K\u00f6rper\u00f6ffnung, vor\u00fcbergehend (Regel 5)<\/td>\n<td>I<\/td>\n<td>IIa bei Anschluss an ein aktives Produkt der Klasse IIa oder h\u00f6her<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Invasiv \u00fcber K\u00f6rper\u00f6ffnung, kurz- oder langzeitig (Regel 5)<\/td>\n<td>IIa (kurzzeitig), IIb (langzeitig)<\/td>\n<td>Eine Klasse tiefer in Mundh\u00f6hle bis Rachen, Geh\u00f6rgang bis Trommelfell oder Nasenh\u00f6hle<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Chirurgisch-invasiv, vor\u00fcbergehend oder kurzzeitig (Regeln 6 und 7)<\/td>\n<td>IIa<\/td>\n<td>Wiederverwendbare chirurgische Instrumente: I; direkter Kontakt mit Herz, zentralem Kreislauf- oder Nervensystem: III<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Implantierbar oder chirurgisch-invasiv langzeitig (Regel 8)<\/td>\n<td>IIb<\/td>\n<td>Z\u00e4hne: IIa; aktive Implantate, Brustimplantate, chirurgische Netze, Gelenk- und Bandscheibenprothesen: III<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Software f\u00fcr diagnostische oder therapeutische Entscheide (Regel 11)<\/td>\n<td>IIa<\/td>\n<td>IIb oder III je nach Schwere der m\u00f6glichen Folgen einer Fehlentscheidung<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<h3>Selbsterkl\u00e4rung in Klasse I, benannte Stelle dar\u00fcber<\/h3>\n<p>Hersteller von Produkten der Klasse I \u00aberkl\u00e4ren die Konformit\u00e4t ihrer Produkte durch Ausstellung einer EU-Konformit\u00e4tserkl\u00e4rung\u00bb, nachdem sie die technische Dokumentation erstellt haben (Art. 52 Abs. 7 EU-MDR). Bei sterilen Produkten, Produkten mit Messfunktion und wiederverwendbaren chirurgischen Instrumenten wirkt eine benannte Stelle auf diese Aspekte beschr\u00e4nkt mit. Ab Klasse IIa ist die Stelle immer beteiligt. Swissmedic erkl\u00e4rt: \u00abEine bezeichnete Stelle (Schweizer Begriff) ist dasselbe wie eine benannte Stelle \/ ein Notified Body (Europ\u00e4ische Begriffe).\u00bb<\/p>\n<p>F\u00fcr den Businessplan entscheidend ist der n\u00e4chste Satz auf derselben Seite: \u00abSeit dem 1 April 2025 gibt es keine bezeichneten Stellen in der Schweiz.\u00bb Ein Schweizer Hersteller eines invasiven Produkts der Klasse IIa, IIb oder III arbeitet also mit einer benannten Stelle aus der EU, die im NANDO-Verzeichnis aufgef\u00fchrt ist und deren Kennnummer dem Konformit\u00e4tskennzeichen beigef\u00fcgt wird (Art. 13 Abs. 3 MepV). Wartezeiten und Kosten dieser Stelle geh\u00f6ren in die Finanzplanung, bevor die Gesellschaft gegr\u00fcndet wird.<\/p>\n<h2 id=\"wirtschaftsakteure\">Hersteller, Bevollm\u00e4chtigter, Importeur, H\u00e4ndler<\/h2>\n<p>Die MepV verteilt die Pflichten auf vier Wirtschaftsakteure. Eine Gesellschaft kann mehrere Rollen gleichzeitig innehaben; massgebend ist, was sie tats\u00e4chlich tut, nicht wie der Zweck in den Statuten lautet.<\/p>\n<div class=\"rister-table-wrap\">\n<table class=\"rister-table\">\n<caption class=\"rister-caption\">Wirtschaftsakteure nach Art. 4 MepV und ihre Hauptpflichten<\/caption>\n<thead>\n<tr>\n<th>Akteur<\/th>\n<th>Definition<\/th>\n<th>Hauptpflichten<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hersteller<\/td>\n<td>Stellt ein Produkt her oder l\u00e4sst es entwickeln oder herstellen und vermarktet es \u00abunter ihrem eigenen Namen oder ihrer eigenen Marke\u00bb<\/td>\n<td>Konformit\u00e4tsbewertung, technische Dokumentation, klinische Bewertung, Qualit\u00e4tsmanagement, UDI, \u00dcberwachung nach dem Inverkehrbringen, PRRC<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bevollm\u00e4chtigter<\/td>\n<td>In der Schweiz niedergelassen, schriftlich beauftragt von einem im Ausland ans\u00e4ssigen Hersteller<\/td>\n<td>Formelle und sicherheitsrelevante Belange des Inverkehrbringens, dauerhafter Zugriff auf eine PRRC (Art. 51 und 52)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Importeur<\/td>\n<td>In der Schweiz niedergelassen, bringt ein Produkt aus dem Ausland auf dem Schweizer Markt in Verkehr<\/td>\n<td>Pr\u00fcfungen vor dem Inverkehrbringen, eigener Name und Anschrift auf Produkt oder Verpackung (Art. 53)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>H\u00e4ndler<\/td>\n<td>Stellt ein Produkt bis zur Inbetriebnahme auf dem Schweizer Markt bereit<\/td>\n<td>Sorgfaltspflicht, \u00dcberpr\u00fcfung auch stichprobenweise (Art. 54)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Die Herstellerdefinition \u00fcberrascht viele Start-ups: Wer ein Produkt bei einem Lohnfertiger produzieren l\u00e4sst und unter eigener Marke verkauft, ist Hersteller mit allen Pflichten. Er muss \u00abin ihrer Organisation \u00fcber mindestens eine Person verf\u00fcgen, die das erforderliche Fachwissen auf dem Gebiet der Medizinprodukte aufweist und die f\u00fcr die Einhaltung der Vorschriften verantwortlich ist\u00bb (Art. 49 MepV), samt Stellvertretung. Kleinst- und Kleinunternehmen d\u00fcrfen diese Person extern beiziehen, \u00absie m\u00fcssen jedoch dauerhaft und st\u00e4ndig auf eine solche Person zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen\u00bb (Art. 15 Abs. 2 EU-MDR).<\/p>\n<p>Zwei Antworten in den Swissmedic-FAQ helfen Unternehmensgruppen. Eine Wohnsitzpflicht der PRRC im selben Rechtsgebiet wie der Hersteller oder Bevollm\u00e4chtigte \u00abergibt sich nicht aus der MepV\u00bb; entscheidend ist die dauerhafte organisatorische und fachliche Einbindung. Zudem ist es \u00abnicht ausgeschlossen, dass die PRRC des Schweizer Bevollm\u00e4chtigten auch die PRRC eines EC-REPs oder eines Herstellers sein kann\u00bb.<\/p>\n<h2 id=\"chrn\">CHRN und swissdamed: zuerst der Handelsregistereintrag<\/h2>\n<p>Hersteller oder ihre Bevollm\u00e4chtigten und Importeure registrieren ihre Angaben bei Swissmedic, bevor sie zum ersten Mal ein Produkt in Verkehr bringen; \u00c4nderungen melden sie innerhalb einer Woche, und Swissmedic teilt ihnen eine einmalige schweizerische Registrierungsnummer zu, die CHRN (Art. 55 MepV).<\/p>\n<p>Swissmedic nennt eine Voraussetzung, die viele Checklisten \u00fcbergehen: \u00abDem Antrag ist ein Nachweis \u00fcber den Sitz in der Schweiz beizuf\u00fcgen (Handelsregisterauszug bzw. Niederlassungsausweis).\u00bb Die CHRN wird \u00aban Schweizer Hersteller, Bevollm\u00e4chtigte und Importeure sowie an Hersteller von Systemen und Behandlungseinheiten vergeben\u00bb, im Format CHRN, Rollenk\u00fcrzel und acht Ziffern (etwa CHRN-MF-23456789), beantragt im Actors-Modul von swissdamed. Die Gesellschaft muss also gegr\u00fcndet und im Handelsregister eingetragen sein, bevor sie sich registrieren kann.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Produktregistrierung<\/strong>: Die Registrierung von Produkten, Systemen und Behandlungseinheiten wird laut Swissmedic \u00abin swissdamed zum 1. Juli 2026 Pflicht, wobei eine \u00dcbergangfrist bis zum 31. Dezember 2026 gilt\u00bb, und ersetzt die bisherige Meldepflicht.<\/li>\n<li><strong>UDI<\/strong>: Der Hersteller vergibt vor dem Inverkehrbringen eine eindeutige Produktkennung f\u00fcr das Produkt und jede Verpackungsebene und f\u00fchrt die Liste in der technischen Dokumentation (Art. 17 MepV).<\/li>\n<li><strong>Geb\u00fchren<\/strong>: Meldungen nach Art. 18, 19, 53, 54, 103 und 108 MepV werden mit CHF 300 pro Meldung in Rechnung gestellt.<\/li>\n<li><strong>Sprachen<\/strong>: Die Produktinformation muss \u00abin den drei Amtssprachen abgefasst sein\u00bb; weniger Sprachen oder Englisch sind nur unter Voraussetzungen m\u00f6glich, etwa bei Abgabe ausschliesslich an Gesundheitsfachpersonen, die einverstanden sind (Art. 16 MepV). Ein rein deutsch beschriftetes Produkt gen\u00fcgt f\u00fcr den Schweizer Markt also grunds\u00e4tzlich nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"rister-cta-inline\">\n<p class=\"rister-cta-kicker\">Medtech-Gr\u00fcndung in der Schweiz<\/p>\n<p class=\"rister-cta-title\">Erst die Gesellschaft, dann die CHRN<\/p>\n<p>Tochtergesellschaft oder Vertriebspartner, Gr\u00fcndung und Handelsregistereintrag vor der Registrierung bei Swissmedic, Gesellschaftszweck passend zur Rolle als Hersteller, Bevollm\u00e4chtigter oder Importeur, Einfuhrsteuer, chargengenaue Buchhaltung und L\u00f6hne: RISTER\u00ae baut eine Struktur, die zu Ihren Pflichten passt, in Abstimmung mit Ihren Regulatory-Beratern.<\/p>\n<p>    <a class=\"rister-cta-button\" href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gespr\u00e4ch vereinbaren<\/a><br \/>\n    <span class=\"rister-cta-note\">RISTER \u2013 Treuhand in Genf, Antwort innert eines Arbeitstages.<\/span>\n<\/div>\n<h2 id=\"ch-rep\">CH-REP: der Schweizer Bevollm\u00e4chtigte als Gesch\u00e4ftsfeld<\/h2>\n<p>\u00abHat der Hersteller seinen Sitz nicht in der Schweiz, so d\u00fcrfen seine Produkte nur in Verkehr gebracht werden, wenn er eine Person mit Sitz in der Schweiz bevollm\u00e4chtigt hat. Das Mandat muss schriftlich vereinbart werden.\u00bb (Art. 51 Abs. 1 MepV). Die Regel trifft den Hersteller aus Freiburg im Breisgau genauso wie jenen aus Boston. Der Bevollm\u00e4chtigte, kurz CH-REP, \u00abist zust\u00e4ndig f\u00fcr die formellen und sicherheitsrelevanten Belange im Zusammenhang mit dem Inverkehrbringen des Produkts\u00bb (Art. 51 Abs. 2 MepV). F\u00fcr eine Schweizer Gesellschaft kann die Vertretung mehrerer Hersteller ein eigenes Gesch\u00e4ftsfeld sein, aber kein Briefkastendienst.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Technische Dokumentation<\/strong>: Vereinbaren Hersteller und Bevollm\u00e4chtigter, dass der Hersteller die Dokumentation direkt an Swissmedic schickt, muss der Bevollm\u00e4chtigte sicherstellen, \u00abdass die Zustellung an die Swissmedic innert sieben Tagen erfolgt\u00bb (Art. 51 Abs. 4 MepV).<\/li>\n<li><strong>Fachwissen<\/strong>: Bevollm\u00e4chtigte \u00abm\u00fcssen dauerhaft und st\u00e4ndig auf mindestens eine Person zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen\u00bb, die f\u00fcr die Einhaltung der Vorschriften verantwortlich ist (Art. 52 MepV).<\/li>\n<li><strong>Umfang<\/strong>: Nach Swissmedic gilt die Benennung mindestens f\u00fcr alle Produkte derselben generischen Produktgruppe.<\/li>\n<li><strong>Kennzeichnung<\/strong>: \u00abDer Name und die Anschrift des Bevollm\u00e4chtigten sind in unmittelbarer N\u00e4he des Symbols anzugeben\u00bb; die ausschliessliche Angabe eines Postfachs, einer E-Mail-Adresse oder einer Telefonnummer \u00abist nicht ausreichend\u00bb. Statt des Symbols darf \u00abCH-Bevollm\u00e4chtigter\u00bb, \u00abCH-REP\u00bb oder \u00abSchweizer Bevollm\u00e4chtigter\u00bb stehen.<\/li>\n<li><strong>Importeur<\/strong>: eine eigene Rolle. Er pr\u00fcft unter anderem, ob der Hersteller \u00abeine Person gem\u00e4ss Artikel 51 bevollm\u00e4chtigt hat\u00bb, und gibt \u00abihren Namen, ihre Niederlassung und die Anschrift\u00bb auf dem Produkt, der Verpackung oder einem Begleitdokument an (Art. 53 MepV).<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"important-box\">\n<h4>Wichtig<\/h4>\n<p>Eine Domiziladresse macht noch keinen Bevollm\u00e4chtigten. Der CH-REP beantwortet Anfragen von Swissmedic, sorgt f\u00fcr die Zustellung der technischen Dokumentation innert sieben Tagen und hat jederzeit Zugriff auf eine fachkundige PRRC. Wer CH-REP-Mandate ohne diese Organisation annimmt, riskiert R\u00fcckrufe f\u00fcr seine Auftraggeber und eine eigene Haftung.<\/p>\n<\/div>\n<h2 id=\"drittstaat\">Drittstaat Schweiz: CE-Kennzeichen, \u00dcbergangsfristen, FDA-Produkte<\/h2>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) beschreibt die Lage ausf\u00fchrlicher als viele Beratungsseiten: Weil die Europ\u00e4ische Kommission die Aktualisierung des Medizinprodukte-Kapitels im Abkommen \u00fcber die gegenseitige Anerkennung abgelehnt hat, wird die Schweiz seit Mai 2021 \u00abals Drittstaat betrachtet\u00bb. Die Folgen nennt das BAG selbst: Schweizerische und europ\u00e4ische Hersteller sind \u00abnicht mehr davon befreit im Hoheitsgebiet der anderen Vertragspartei einen Bevollm\u00e4chtigten zu benennen\u00bb, die EU hat die Schweiz von der gemeinsamen Markt\u00fcberwachung ausgeschlossen, und Swissmedic wurde der Zugriff auf die europ\u00e4ische Datenbank entzogen.<\/p>\n<h3>In die Schweiz: das CE-Kennzeichen bleibt zul\u00e4ssig<\/h3>\n<p>Nach Art. 13 Abs. 1 MepV ist das Konformit\u00e4tskennzeichen nach Anhang V EU-MDR \u00abebenfalls\u00bb zul\u00e4ssig, und Bescheinigungen von EU- oder EWR-Stellen werden Schweizer Bescheinigungen gleichgestellt, wenn Verfahren und Qualifikation den Schweizer Anforderungen gen\u00fcgen (Art. 25 Abs. 4 MepV). F\u00fcr Produkte nach altem Recht nennt das BAG \u00dcbergangsfristen bis 31. Dezember 2027 f\u00fcr Produkte mit hohen Risiken und bis 31. Dezember 2028 f\u00fcr Produkte mit mittleren oder tiefen Risiken.<\/p>\n<h3>Aus der Schweiz: ein Bevollm\u00e4chtigter in der EU<\/h3>\n<p>Die EU-MDR regelt den umgekehrten Weg: \u00abIst der Hersteller eines Produkts nicht in einem der Mitgliedstaaten niedergelassen, so kann das Produkt nur dann in der Union in Verkehr gebracht werden, wenn der Hersteller einen einzigen Bevollm\u00e4chtigten benennt\u00bb (Art. 11 Abs. 1). Ein Basler oder Z\u00fcrcher Medtech-Unternehmen, das deutsche Kliniken beliefern will, braucht also oberhalb der Klasse I eine benannte Stelle in der EU und zus\u00e4tzlich einen Bevollm\u00e4chtigten in einem Mitgliedstaat.<\/p>\n<h3>FDA-zugelassene Produkte: Leitlinien, noch kein Recht<\/h3>\n<p>Die Motion 20.3211 beauftragt den Bundesrat, auch Medizinprodukte aussereurop\u00e4ischer Regulierungssysteme zuzulassen; die Arbeiten konzentrieren sich laut BAG zun\u00e4chst auf Produkte, \u00abdie von der US-Food and Drug Administration (FDA) zugelassen sind\u00bb. Am 30. April 2025 hat der Bundesrat \u00abLeitlinien festgelegt und private Stellen mit den Kontrollaufgaben beauftragt\u00bb. Ein Verordnungstext mit Inkrafttreten liegt nicht vor: Ein Businessplan, der auf den Marktzugang \u00fcber eine FDA-Zulassung setzt, st\u00fctzt sich derzeit auf eine politische Absicht.<\/p>\n<h2 id=\"klinische-pruefungen\">Klinische Pr\u00fcfungen: Kategorie A oder C<\/h2>\n<p>Die Verordnung \u00fcber klinische Versuche mit Medizinprodukten (KlinV-Mep) versteht unter einer klinischen Pr\u00fcfung eine \u00absystematische Untersuchung, bei der eine oder mehrere Personen einbezogen sind und die zwecks Bewertung der Sicherheit oder Leistung des Produkts\u00bb durchgef\u00fchrt wird (Art. 2). Das Verfahren h\u00e4ngt vom Status des Produkts ab.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Kategorie A<\/strong>: Das Produkt tr\u00e4gt ein Konformit\u00e4tskennzeichen, wird gem\u00e4ss Gebrauchsanweisung angewendet und ist in der Schweiz nicht verboten (Art. 6). Solche Versuche \u00absind von der Pflicht, bei der Swissmedic [\u2026] eine Bewilligung einzuholen, ausgenommen\u00bb (Art. 7); die Ethikkommission bleibt zust\u00e4ndig.<\/li>\n<li><strong>Kategorie C<\/strong>: Das gekennzeichnete Produkt wird abweichend von der Gebrauchsanweisung angewendet (C1), tr\u00e4gt kein Kennzeichen (C2) oder ist verboten (C3). Dann braucht es zus\u00e4tzlich die Bewilligung von Swissmedic.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sponsor ist, wer \u00abf\u00fcr die Veranlassung eines klinischen Versuchs, namentlich f\u00fcr dessen Einleitung, Management und Finanzierung in der Schweiz die Verantwortung \u00fcbernimmt\u00bb. Ob das die Schweizer Gesellschaft oder die Muttergesellschaft ist, wirkt sich auf Vertr\u00e4ge, Versicherung und Verbuchung der Studienkosten aus.<\/p>\n<h2 id=\"gesellschaft\">Rechtsform, Standort, Zoll und MWST<\/h2>\n<p>Ein Medtech-Unternehmen, das Investoren aufnehmen will, wird meist als Aktiengesellschaft gegr\u00fcndet; ein Bevollm\u00e4chtigter oder Importeur kleinerer Gr\u00f6sse arbeitet oft als GmbH. Weil die MepV von in der Schweiz niedergelassenen Personen spricht, gr\u00fcnden ausl\u00e4ndische Gruppen, die Bevollm\u00e4chtigten- oder Importeurrolle im Konzern halten wollen, h\u00e4ufig eine Schweizer Tochtergesellschaft.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Standort und Steuern<\/strong>: Die Kantone f\u00f6rdern Forschung unterschiedlich. Den zus\u00e4tzlichen Abzug von 50 % der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen gew\u00e4hren unter anderem Z\u00fcrich, Zug, Bern und Genf, Luzern hingegen nicht; die Erm\u00e4ssigung der Patentbox betr\u00e4gt 90 % in Z\u00fcrich, Zug, Luzern oder Basel-Stadt, 70 % in Bern und 10 % in Genf. Beide Instrumente erkl\u00e4ren wir im Beitrag <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/saas-startup-gruenden-schweiz\/\">SaaS-Startup gr\u00fcnden in der Schweiz<\/a>.<\/li>\n<li><strong>Betriebsr\u00e4ume<\/strong>: Wer in der Schweiz montiert, verpackt oder sterilisiert, pr\u00fcft vor dem Umbau, ob der Betrieb als industriell gilt oder unter Verordnung 4 zum Arbeitsgesetz f\u00e4llt; dann sind die Pl\u00e4ne der kantonalen Beh\u00f6rde zur Genehmigung vorzulegen.<\/li>\n<li><strong>Zoll<\/strong>: Seit dem 1. Januar 2024 sind laut SECO \u00aballe Einfuhrz\u00f6lle f\u00fcr Industrieprodukte (HS-Kapitel 25-97)\u00bb auf null gesetzt, medizinische Instrumente und Apparate eingeschlossen; Zollanmeldung und Mehrwertsteuer auf der Einfuhr bleiben.<\/li>\n<li><strong>MWST<\/strong>: Der reduzierte Satz von 2,6 % gilt f\u00fcr \u00abMedikamente\u00bb (Art. 25 Abs. 2 MWSTG), Medizinprodukte unterliegen dem Normalsatz von 8,1 %. Heilbehandlungen sind von der Steuer ausgenommen, doch \u00abDie Abgabe von selbst hergestellten oder zugekauften Prothesen und orthop\u00e4dischen Apparaten gilt als steuerbare Lieferung\u00bb (Art. 21 Abs. 2 MWSTG). Ein ausl\u00e4ndischer Hersteller, der direkt an Schweizer Kunden liefert, kann selbst steuerpflichtig werden und handelt dann \u00fcber einen <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/service\/steuervertreter-mwst-schweiz\/\">Steuervertreter f\u00fcr die MWST<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"conseil-rister\">\n<h4>Tipp von RISTER<\/h4>\n<p>Legen Sie die Rolle der Gesellschaft fest, bevor Sie die Statuten entwerfen: Hersteller, Bevollm\u00e4chtigter, Importeur oder H\u00e4ndler. Daraus folgen der Gesellschaftszweck, die Vertr\u00e4ge mit Lohnfertiger oder ausl\u00e4ndischem Hersteller, die Bestellung der PRRC und der CHRN-Antrag. Eine Gesellschaft, die als reine H\u00e4ndlerin gegr\u00fcndet wurde und dann unter eigener Marke verkauft, wird zur Herstellerin, ohne darauf vorbereitet zu sein.<\/p>\n<\/div>\n<h2 id=\"fehler\">Typische Fehler bei Medtech-Gr\u00fcndungen<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Keine Bewilligung mit keiner Kontrolle verwechseln<\/strong>: Verkauft wird erst nach abgeschlossener Konformit\u00e4tsbewertung, und Swissmedic \u00fcberwacht den Markt mit Schwerpunktaktionen und Inspektionen.<\/li>\n<li><strong>Die Klasse untersch\u00e4tzen<\/strong>: Chirurgisch-invasive Produkte und Diagnose-Software verlassen in der Regel die Klasse I und brauchen eine benannte Stelle, heute zwingend aus der EU.<\/li>\n<li><strong>Eigenmarke ohne Herstellerpflichten<\/strong>: ein zugekauftes Produkt unter eigenem Namen verkaufen und sich weiter f\u00fcr einen H\u00e4ndler halten.<\/li>\n<li><strong>CE-Kennzeichen f\u00fcr ausreichend halten<\/strong>: Ohne Schweizer Bevollm\u00e4chtigten und Importeur gelangt ein Produkt aus der EU nicht rechtm\u00e4ssig auf den Schweizer Markt.<\/li>\n<li><strong>Auf die FDA-Anerkennung bauen<\/strong>: Es gibt Leitlinien des Bundesrats, keine geltenden Vorschriften.<\/li>\n<\/ul>\n<section id=\"faq\">\n<h2>FAQ: Medizinprodukte-Unternehmen gr\u00fcnden in der Schweiz<\/h2>\n<div class=\"question\">\n<h3>Braucht ein Medizinprodukte-Unternehmen in der Schweiz eine Bewilligung von Swissmedic?<\/h3>\n<p>Nein. Medizinprodukte durchlaufen keine beh\u00f6rdliche Zulassung. Vor dem Inverkehrbringen muss jedoch die Konformit\u00e4tsbewertung abgeschlossen sein, und Schweizer Hersteller, Bevollm\u00e4chtigte und Importeure registrieren sich vorher bei Swissmedic.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Was regelt die Medizinprodukteverordnung (MepV)?<\/h3>\n<p>Die MepV regelt Anforderungen, Klassifizierung, Konformit\u00e4tsbewertung, Pflichten von Herstellern, Bevollm\u00e4chtigten, Importeuren und H\u00e4ndlern, die Registrierung bei Swissmedic und die Markt\u00fcberwachung. F\u00fcr Klassifizierung und viele Verfahren verweist sie auf die EU-Medizinprodukteverordnung 2017\/745.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Braucht ein deutscher Hersteller mit CE-Kennzeichen einen CH-REP?<\/h3>\n<p>Ja. Hat der Hersteller seinen Sitz nicht in der Schweiz, darf er seine Produkte nur mit einem schriftlich bevollm\u00e4chtigten CH-REP mit Sitz in der Schweiz in Verkehr bringen (Art. 51 MepV). Zus\u00e4tzlich \u00fcbernimmt ein Importeur in der Schweiz eigene Pr\u00fcfpflichten.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Wie erh\u00e4lt man eine CHRN?<\/h3>\n<p>\u00dcber das Actors-Modul von swissdamed, mit einem Nachweis \u00fcber den Sitz in der Schweiz wie einem Handelsregisterauszug. Die Nummer erhalten Schweizer Hersteller, Bevollm\u00e4chtigte und Importeure; ein ausl\u00e4ndischer Hersteller wird \u00fcber seinen Bevollm\u00e4chtigten oder seine Schweizer Tochtergesellschaft erfasst.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Muss die PRRC in der Schweiz wohnen?<\/h3>\n<p>Nicht zwingend. Laut Swissmedic ergibt sich aus der MepV keine Wohnsitzpflicht im selben Rechtsgebiet; entscheidend ist die dauerhafte organisatorische und fachliche Einbindung. Dieselbe Person kann auch f\u00fcr den Hersteller und den Schweizer Bevollm\u00e4chtigten t\u00e4tig sein.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Welcher MWST-Satz gilt f\u00fcr Medizinprodukte?<\/h3>\n<p>Der Normalsatz von 8,1 %, weil der reduzierte Satz Medikamenten vorbehalten ist. Z\u00f6lle auf Industrieprodukte gibt es seit dem 1. Januar 2024 nicht mehr, die Einfuhrsteuer bleibt aber geschuldet und ist f\u00fcr steuerpflichtige Unternehmen als Vorsteuer abziehbar.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/section>\n<section id=\"sources\">\n<h2>Quellen<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2020\/552\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Medizinprodukteverordnung (MepV, SR 812.213), Art. 3, 4, 6, 13, 15 bis 17, 25, 49, 51 bis 55<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX:32017R0745\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verordnung (EU) 2017\/745 \u00fcber Medizinprodukte, Art. 2, 11, 15, 52 und Anhang VIII<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.swissmedic.ch\/swissmedic\/de\/home\/medizinprodukte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Swissmedic, Medizinprodukte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.swissmedic.ch\/swissmedic\/de\/home\/medizinprodukte\/marktzugang.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Swissmedic, Marktzugang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.swissmedic.ch\/swissmedic\/de\/home\/medizinprodukte\/marktzugang\/registriernummer-chrn.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Swissmedic, Registrierung Wirtschaftsakteure (CHRN)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.swissmedic.ch\/swissmedic\/de\/home\/medizinprodukte\/marktzugang\/meldung-medizinprodukten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Swissmedic, Meldung und Registrierung von Medizinprodukten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.swissmedic.ch\/swissmedic\/de\/home\/medizinprodukte\/marktzugang\/ch-rep.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Swissmedic, Schweizer Bevollm\u00e4chtigter (CH-REP)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.swissmedic.ch\/swissmedic\/de\/home\/medizinprodukte\/regulierung-medizinprodukte\/konformitaetsbewertungsstellen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Swissmedic, Bezeichnete Stellen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.swissmedic.ch\/swissmedic\/de\/home\/medizinprodukte\/regulierung-medizinprodukte\/faq.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Swissmedic, H\u00e4ufig gestellte Fragen zu Medizinprodukten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/de\/medizinprodukterecht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesamt f\u00fcr Gesundheit, Medizinprodukterecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2020\/553\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verordnung \u00fcber klinische Versuche mit Medizinprodukten (KlinV-Mep, SR 810.306), Art. 2, 6 und 7<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2009\/615\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehrwertsteuergesetz (MWSTG, SR 641.20), Art. 21 und 25<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/de\/aufhebung-industriezoelle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO, Aufhebung Industriez\u00f6lle<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<div class=\"conclusion-box\">\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Ein Medizinprodukte-Unternehmen in der Schweiz zu gr\u00fcnden erfordert keine Bewilligung, aber eine Konformit\u00e4t, deren Anforderungen mit der Klasse steigen: Selbsterkl\u00e4rung in Klasse I, dar\u00fcber eine benannte Stelle aus der EU, weil es in der Schweiz keine bezeichnete Stelle mehr gibt. Da die EU die Schweiz als Drittstaat behandelt, \u00fcbertragen die MepV und die Praxis von Swissmedic den Gesellschaften mit Sitz in der Schweiz echte Aufgaben: CH-REP ausl\u00e4ndischer Hersteller, Importeur, jederzeit verf\u00fcgbare PRRC und eine CHRN, die nur gegen Handelsregisterauszug vergeben wird.<\/p>\n<p><strong>RISTER \u2013 Treuhand in Genf<\/strong> gr\u00fcndet die Gesellschaft, die zu Ihrer Rolle passt, im Rahmen unserer <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/service\/firmengrundung-in-genf\/\">Firmengr\u00fcndung<\/a> und f\u00fchrt anschliessend <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/service\/allgemeine-administration-buchhaltung-loehne-steuern\/\">Administration, Buchhaltung, L\u00f6hne und Steuern<\/a>. Wir gr\u00fcnden keine Bevollm\u00e4chtigten ohne Substanz und sagen es Ihnen, wenn in der Organisation etwas fehlt. 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