{"id":236301,"date":"2026-09-26T09:00:00","date_gmt":"2026-09-26T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rister.ch\/?p=236301"},"modified":"2026-09-18T11:05:40","modified_gmt":"2026-09-18T09:05:40","slug":"arztpraxis-gruenden-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/arztpraxis-gruenden-schweiz\/","title":{"rendered":"Eine \u00c4rztegesellschaft gr\u00fcnden: Berufsaus\u00fcbungsbewilligung, OKP-Zulassung der Praxis und der \u00c4rzte, Zulassungsbeschr\u00e4nkung und TARDOC"},"content":{"rendered":"<div class=\"intro-box\">\n<p>Wer eine Arztpraxis gr\u00fcnden will, pr\u00fcft heute oft die AG oder die GmbH statt der Einzelfirma. Die Gesellschaft erleichtert Abrechnung, Anstellungen und Nachfolge, sie ersetzt aber keine pers\u00f6nliche Voraussetzung: Jede \u00c4rztin und jeder Arzt braucht eine kantonale Berufsaus\u00fcbungsbewilligung und muss die Zulassung zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) pers\u00f6nlich erf\u00fcllen. Die abrechnende Gesellschaft braucht ihre eigene Zulassung, in vielen Kantonen zus\u00e4tzlich eine Betriebsbewilligung, und ihre \u00c4rzte z\u00e4hlen bei den kantonalen H\u00f6chstzahlen mit.<\/p>\n<p>RISTER\u00ae zeigt, in welcher Reihenfolge sich die Fragen stellen, was eine AG oder GmbH tats\u00e4chlich ver\u00e4ndert und wo die Kantone unterschiedlich vorgehen, am Beispiel von Z\u00fcrich und Genf.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"table-of-contents\">\n<h3>Inhalt<\/h3>\n<ol>\n<li><a href=\"#vier-schritte\">Berufsaus\u00fcbungsbewilligung, OKP-Zulassung, ZSR-Nummer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#drei-jahre\">Drei Jahre Weiterbildungsst\u00e4tte und Sprachpr\u00fcfung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#hoechstzahlen\">Zulassungsbeschr\u00e4nkung: auch \u00c4rzte einer Gesellschaft z\u00e4hlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#betriebsbewilligung\">Einzel- oder Gruppenpraxis oder Institution: die Betriebsbewilligung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#ag-gmbh\">Einzelfirma, GmbH oder AG: was sich \u00e4ndert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#tardoc\">TARDOC und Ambulante Pauschalen seit 1. Januar 2026<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#mwst\">MWST, Sozialversicherungen und Buchhaltung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#fehler\">Typische Fehler bei der Gr\u00fcndung einer \u00c4rztegesellschaft<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<h2 id=\"vier-schritte\">Berufsaus\u00fcbungsbewilligung, OKP-Zulassung, ZSR-Nummer<\/h2>\n<p>\u00abF\u00fcr die Aus\u00fcbung eines universit\u00e4ren Medizinalberufes in eigener fachlicher Verantwortung bedarf es einer Bewilligung des Kantons, auf dessen Gebiet der Medizinalberuf ausge\u00fcbt wird\u00bb (Art. 34 Medizinalberufegesetz, MedBG). Erteilt wird sie, wenn die Person ein eidgen\u00f6ssisches Diplom besitzt, vertrauensw\u00fcrdig ist, physisch und psychisch Gew\u00e4hr f\u00fcr eine einwandfreie Berufsaus\u00fcbung bietet und eine Amtssprache des Kantons beherrscht; \u00c4rztinnen und \u00c4rzte brauchen \u00abzus\u00e4tzlich einen eidgen\u00f6ssischen Weiterbildungstitel\u00bb (Art. 36 MedBG). Ein ausl\u00e4ndisches Diplom wird anerkannt, wenn seine Gleichwertigkeit in einem Vertrag \u00fcber die gegenseitige Anerkennung vorgesehen ist; zust\u00e4ndig ist die Medizinalberufekommission (Art. 15 MedBG).<\/p>\n<div class=\"rister-table-wrap\">\n<table class=\"rister-table\">\n<caption class=\"rister-caption\">Die Bewilligungen einer \u00c4rztegesellschaft im \u00dcberblick<\/caption>\n<thead>\n<tr>\n<th>Bewilligung<\/th>\n<th>Wof\u00fcr<\/th>\n<th>Wer sie erh\u00e4lt<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Berufsaus\u00fcbungsbewilligung<\/td>\n<td>T\u00e4tigkeit in eigener fachlicher Verantwortung<\/td>\n<td>Jede \u00c4rztin, jeder Arzt (Art. 34 MedBG)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>OKP-Zulassung<\/td>\n<td>Abrechnung zulasten der Grundversicherung<\/td>\n<td>Jeder Arzt und die Gesellschaft als Einrichtung (Art. 36 KVG)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kantonale Betriebsbewilligung<\/td>\n<td>T\u00e4tigkeit im Namen und auf Rechnung einer juristischen Person<\/td>\n<td>Die Gesellschaft, je nach kantonalem Recht<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ZSR-Nummer<\/td>\n<td>Rechnungen und Rezepte zulasten der OKP<\/td>\n<td>Die zugelassene nat\u00fcrliche oder juristische Person, vergeben von sant\u00e9services sa<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Die Abrechnungsnummer heisst in der Deutschschweiz ZSR-Nummer, in der Romandie RCC. Sie wird von sant\u00e9services sa verwaltet, dem Namen, unter dem die fr\u00fchere SASIS AG und die \u00fcbrigen Gesellschaften der sant\u00e9suisse-Gruppe seit dem 1. Juli 2026 auftreten. Die Nummer ist keine Zulassung, sondern setzt sie voraus.<\/p>\n<h2 id=\"drei-jahre\">Drei Jahre Weiterbildungsst\u00e4tte und Sprachpr\u00fcfung<\/h2>\n<p>Seit 2022 h\u00e4ngt die OKP-Zulassung nicht mehr nur am Titel. \u00c4rztinnen und \u00c4rzte \u00abm\u00fcssen mindestens drei Jahre im beantragten Fachgebiet an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsst\u00e4tte gearbeitet haben\u00bb und die in ihrer T\u00e4tigkeitsregion notwendige Sprachkompetenz \u00abmittels einer in der Schweiz abgelegten Sprachpr\u00fcfung\u00bb nachweisen (Art. 37 Abs. 1 Krankenversicherungsgesetz, KVG).<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Keine Sprachpr\u00fcfung<\/strong> braucht, wer eine Schweizer gymnasiale Maturit\u00e4t mit der Amtssprache der Region als Grundlagenfach, ein in dieser Sprache erworbenes eidgen\u00f6ssisches Diplom oder ein in dieser Sprache erworbenes und anerkanntes ausl\u00e4ndisches Diplom besitzt. F\u00fcr eine in Deutschland ausgebildete \u00c4rztin, die in Basel oder Z\u00fcrich t\u00e4tig wird, entf\u00e4llt die Pr\u00fcfung also bei anerkanntem deutschsprachigem Diplom.<\/li>\n<li><strong>Ausnahmen von den drei Jahren<\/strong>: Bei Unterversorgung k\u00f6nnen die Kantone Allgemeine Innere Medizin oder Praktischen Arzt als einzigen Weiterbildungstitel, Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie davon ausnehmen (Art. 37 Abs. 1bis KVG, befristet bis 31. Dezember 2027).<\/li>\n<li><strong>Elektronisches Patientendossier<\/strong>: Zugelassene Leistungserbringer schliessen sich einer zertifizierten Gemeinschaft oder Stammgemeinschaft an (Art. 37 Abs. 3 KVG).<\/li>\n<li><strong>Qualit\u00e4t<\/strong>: Nachzuweisen sind qualifiziertes Personal, ein geeignetes Qualit\u00e4tsmanagementsystem, ein internes Berichts- und Lernsystem und die Ausstattung f\u00fcr nationale Qualit\u00e4tsmessungen (Art. 38 und 58g Verordnung \u00fcber die Krankenversicherung, KVV).<\/li>\n<\/ul>\n<h2 id=\"hoechstzahlen\">Zulassungsbeschr\u00e4nkung: auch \u00c4rzte einer Gesellschaft z\u00e4hlen<\/h2>\n<p>\u00abDie Kantone beschr\u00e4nken in einem oder mehreren medizinischen Fachgebieten oder in bestimmten Regionen die Anzahl der \u00c4rzte und \u00c4rztinnen, die im ambulanten Bereich zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung Leistungen erbringen\u00bb (Art. 55a Abs. 1 KVG). Auf die H\u00f6chstzahl angerechnet werden ausdr\u00fccklich auch \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, die ihre T\u00e4tigkeit \u00abin einer Einrichtung nach Artikel 35 Absatz 2 Buchstabe n\u00bb aus\u00fcben, also in einer \u00c4rztegesellschaft.<\/p>\n<p>Weiter t\u00e4tig sein d\u00fcrfen \u00c4rzte, die vor Inkrafttreten der H\u00f6chstzahlen zugelassen waren und zulasten der OKP gearbeitet haben, sowie jene, die schon damals in einer Einrichtung t\u00e4tig waren und dort bleiben (Art. 55a Abs. 5 KVG). Steigen die Kosten in einem Fachgebiet \u00fcberdurchschnittlich, kann ein Kanton neue Zulassungen in diesem Fachgebiet ganz stoppen (Art. 55a Abs. 6 KVG).<\/p>\n<div class=\"important-box\">\n<h4>Wichtig<\/h4>\n<p>Keine Rechtsform erlaubt es, Leistungen einer nicht zugelassenen \u00c4rztin \u00fcber die Gesellschaft zulasten der OKP abzurechnen. Der Kanton Genf h\u00e4lt fest, dass eine Anstellung in einer ambulanten Einrichtung nicht dazu dienen kann, die Zulassungsbeschr\u00e4nkung zu umgehen. Kl\u00e4ren Sie die Situation jedes Fachgebiets beim Kanton, bevor Sie Mietvertrag und Gr\u00fcndung unterschreiben.<\/p>\n<\/div>\n<h2 id=\"betriebsbewilligung\">Einzel- oder Gruppenpraxis oder Institution: die Betriebsbewilligung<\/h2>\n<p>Auf Bundesebene ist die \u00c4rztegesellschaft eine Einrichtung, \u00abdie der ambulanten Krankenpflege durch \u00c4rzte und \u00c4rztinnen\u00bb dient (Art. 35 Abs. 2 Bst. n KVG). Sie wird zugelassen, wenn sie ihre Leistungen durch \u00c4rzte mit kantonaler Bewilligung und eidgen\u00f6ssischem Weiterbildungstitel erbringt und die Qualit\u00e4tsanforderungen erf\u00fcllt (Art. 39 KVV); zudem m\u00fcssen die dort t\u00e4tigen \u00c4rzte die drei Jahre und die Sprachkompetenz selbst mitbringen (Art. 37 Abs. 2 KVG). Ob der Kanton zus\u00e4tzlich eine Betriebsbewilligung verlangt, regelt das kantonale Gesundheitsrecht.<\/p>\n<h3>Z\u00fcrich<\/h3>\n<p>Der Kanton Z\u00fcrich formuliert die Grenze deutlich: \u00abWenn Gesundheitsfachpersonen im Namen und auf Rechnung einer juristischen Person (bspw. AG oder GmbH) Leistungen erbringen m\u00f6chten, ben\u00f6tigen sie eine Betriebsbewilligung der Gesundheitsdirektion.\u00bb Diese ist \u00abimmer einzuholen\u00bb, auch wenn die angestellten \u00c4rzte bereits eine eigene Z\u00fcrcher Berufsaus\u00fcbungsbewilligung haben. Wer dagegen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung arbeitet, \u00abalso in Form der klassischen Einzel- oder Gruppenpraxis\u00bb, braucht keine.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Voraussetzungen<\/strong> (\u00a7 36 Gesundheitsgesetz ZH): angemessene Einrichtung, notwendiges Personal, eine gesamtverantwortliche Leitung und darin eine fachlich verantwortliche Person mit Z\u00fcrcher Berufsaus\u00fcbungsbewilligung, die nachweislich in die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung eingebunden ist.<\/li>\n<li><strong>Unterlagen<\/strong>: unter anderem Betreibungsregisterauszug, Betriebshaftpflichtversicherung mit mindestens CHF 5 Mio. Deckung, Betriebskonzept mit Notfallkonzept, Konzept zur Patientendokumentation, Organigramm und Standortliste.<\/li>\n<li><strong>Verfahren<\/strong>: Geb\u00fchr in der Regel CHF 1000, Bearbeitung laut Kanton in der Regel sechs bis acht Wochen ab vollst\u00e4ndigem Gesuch, Befristung auf zehn Jahre mit Verl\u00e4ngerung. \u00abEine Betriebsaufnahme vor Erteilung der Betriebsbewilligung ist nicht gestattet.\u00bb<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Genf<\/h3>\n<p>Genf nimmt Einzel- und Gruppenpraxen vom Bewilligungsregime der Gesundheitsinstitutionen aus, versteht unter Gruppenpraxis aber einen Zusammenschluss von Einzelpraxen mit gemeinsamen R\u00e4umen oder Personal, von denen jede eine eigene Unternehmens-Identifikationsnummer hat (Art. 1 Abs. 2 Reglement \u00fcber die Gesundheitsberufe). Eine einzelne AG oder GmbH, welche die \u00c4rzte anstellt, kann dort als privates medizinisches Etablissement bewilligungspflichtig sein (Art. 20 Reglement \u00fcber die Gesundheitsinstitutionen), mit einer Geb\u00fchr von 1650 Franken. Zwei Kantone, dieselbe Logik: Wer die \u00c4rzte in eigenem Namen t\u00e4tig werden l\u00e4sst, verl\u00e4sst das Praxismodell.<\/p>\n<div class=\"rister-cta-inline\">\n<p class=\"rister-cta-kicker\">\u00c4rztegesellschaft gr\u00fcnden<\/p>\n<p class=\"rister-cta-title\">Die Gesellschaft passend zu Zulassungen und Betriebsbewilligung<\/p>\n<p>Wahl zwischen GmbH und AG, Statuten und Aktion\u00e4rbindungsvertrag unter \u00c4rzten, Lohn- und Dividendenpolitik, L\u00f6hne und Sozialversicherungen von \u00c4rzten und Praxispersonal, Buchhaltung und Steuern: RISTER\u00ae strukturiert Ihr Projekt in Abstimmung mit Ihrer Anw\u00e4ltin und Ihren Gesuchen bei Kanton und sant\u00e9services.<\/p>\n<p>    <a class=\"rister-cta-button\" href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gespr\u00e4ch vereinbaren<\/a><br \/>\n    <span class=\"rister-cta-note\">RISTER \u2013 Treuhand in Genf, Antwort innert eines Arbeitstages.<\/span>\n<\/div>\n<h2 id=\"ag-gmbh\">Einzelfirma, GmbH oder AG: was sich \u00e4ndert<\/h2>\n<div class=\"rister-table-wrap\">\n<table class=\"rister-table\">\n<caption class=\"rister-caption\">Einzelpraxis oder \u00c4rztegesellschaft: praktische Unterschiede<\/caption>\n<thead>\n<tr>\n<th>Thema<\/th>\n<th>Einzelfirma<\/th>\n<th>GmbH oder AG<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>OKP-Zulassung<\/td>\n<td>Die \u00c4rztin, der Arzt<\/td>\n<td>Die Gesellschaft als Einrichtung und jeder dort t\u00e4tige Arzt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ZSR-Nummer und Rechnungen<\/td>\n<td>Im Namen des Arztes<\/td>\n<td>Im Namen der Gesellschaft<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kantonale Betriebsbewilligung<\/td>\n<td>In der Regel nicht n\u00f6tig<\/td>\n<td>Je nach Kanton erforderlich, etwa in Z\u00fcrich<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Status des Arztes<\/td>\n<td>Selbstst\u00e4ndig erwerbend<\/td>\n<td>Angestellt: AHV, Unfallversicherung, berufliche Vorsorge<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Besteuerung<\/td>\n<td>Einkommen aus selbstst\u00e4ndiger T\u00e4tigkeit<\/td>\n<td>Gewinn in der Gesellschaft, Lohn und Dividende beim Arzt<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mindestkapital<\/td>\n<td>Keines<\/td>\n<td>CHF 20 000 (GmbH), CHF 100 000 mit mindestens CHF 50 000 einbezahlt (AG)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Die Gesellschaft erleichtert Ein- und Austritt von Partnern, die Anstellung zugelassener \u00c4rzte und die Trennung von Privat- und Praxisverm\u00f6gen. Sie verlangt daf\u00fcr eine kaufm\u00e4nnische Buchf\u00fchrung, eine bewusste Aufteilung zwischen Lohn und Dividende und schriftliche Regeln unter den Beteiligten. Bei der direkten Bundessteuer sind Dividenden aus Beteiligungen von mindestens 10 Prozent \u00abim Umfang von 70 Prozent steuerbar\u00bb (Art. 20 Abs. 1bis DBG).<\/p>\n<p>Die berufliche Verantwortung bleibt pers\u00f6nlich. Die Berufspflichten des MedBG gelten f\u00fcr jede \u00c4rztin in eigener fachlicher Verantwortung, darunter Werbung, \u00abdie objektiv ist, dem \u00f6ffentlichen Bed\u00fcrfnis entspricht und weder irref\u00fchrend noch aufdringlich ist\u00bb, und eine Berufshaftpflichtversicherung nach Art und Umfang der Risiken (Art. 40 MedBG). Die Aufsichtsbeh\u00f6rde kann bis zu einem definitiven Berufsaus\u00fcbungsverbot gehen, Bussen reichen bis 20 000 Franken (Art. 43 MedBG).<\/p>\n<h2 id=\"tardoc\">TARDOC und Ambulante Pauschalen seit 1. Januar 2026<\/h2>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) fasst den Systemwechsel zusammen: \u00abSeit dem 1. Januar 2026 gilt f\u00fcr ambulante \u00e4rztliche Behandlungen ein neues Tarifsystem: TARDOC und Ambulante Pauschalen ersetzen TARMED.\u00bb<\/p>\n<ul>\n<li><strong>TARDOC<\/strong> bleibt ein Einzelleistungstarif, vor allem f\u00fcr Leistungen in einfachen Infrastrukturen wie der ambulanten Grundversorgung, mit \u00abrund 1400 Tarifpositionen gegen\u00fcber den zuvor \u00fcber 4600 Positionen\u00bb.<\/li>\n<li><strong>Ambulante Pauschalen<\/strong>, ungef\u00e4hr 300, verg\u00fcten aufw\u00e4ndigere Behandlungen mit einem festen Betrag und werden vorerst f\u00fcr Leistungen angewendet, die in erster Linie Spit\u00e4ler erbringen.<\/li>\n<li><strong>Weiterentwicklung<\/strong>: Die Organisation ambulante Arzttarife (OAAT AG) pflegt das System; die Tarifstrukturen sollen am 1. Januar 2027 erstmals aktualisiert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr eine \u00c4rztegesellschaft ist das mehr als eine Softwarefrage: Umsatz pro Arzt, Verteilschl\u00fcssel unter den Partnern und variable Lohnanteile beruhen auf dem Tarif und m\u00fcssen neu gerechnet werden.<\/p>\n<h2 id=\"mwst\">MWST, Sozialversicherungen und Buchhaltung<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>MWST<\/strong>: Von der Steuer ausgenommen sind die von \u00c4rztinnen und \u00c4rzten \u00aberbrachten Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, soweit die Leistungserbringer und Leistungserbringerinnen \u00fcber eine Berufsaus\u00fcbungsbewilligung verf\u00fcgen\u00bb (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 3 MWSTG), ebenso Heilbehandlungen in Ambulatorien. Die Kehrseite: Die Vorsteuer auf Investitionen f\u00fcr diese Behandlungen ist nicht abziehbar. \u00abDie Abgabe von selbst hergestellten oder zugekauften Prothesen und orthop\u00e4dischen Apparaten gilt als steuerbare Lieferung.\u00bb<\/li>\n<li><strong>Sozialversicherungen<\/strong>: Die angestellte \u00c4rztin ist wie jede Arbeitnehmerin versichert; AHV, Unfallversicherung und berufliche Vorsorge laufen \u00fcber die Gesellschaft.<\/li>\n<li><strong>Buchhaltung<\/strong>: Umsatz pro Arzt und Tarif, Verteilschl\u00fcssel und Lohnabrechnung geh\u00f6ren in eine saubere Struktur; unser Beitrag zum <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/post\/kontenplan-schweiz\/\">Kontenplan Schweiz<\/a> zeigt die Grundlagen.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"conseil-rister\">\n<h4>Tipp von RISTER<\/h4>\n<p>Legen Sie drei Termine \u00fcbereinander, bevor Sie gr\u00fcnden: die OKP-Zulassung jeder \u00c4rztin, die Zulassung und gegebenenfalls Betriebsbewilligung der Gesellschaft und den Bezug der R\u00e4ume. Im Aktion\u00e4rbindungsvertrag regeln Sie, was geschieht, wenn eine Partnerin ihre Zulassung verliert, ihr Pensum reduziert oder austritt, denn der Wert der Gesellschaft h\u00e4ngt an den Zulassungen, die in ihr t\u00e4tig sind.<\/p>\n<\/div>\n<h2 id=\"fehler\">Typische Fehler bei der Gr\u00fcndung einer \u00c4rztegesellschaft<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Die Gesellschaft f\u00fcr bewilligt halten<\/strong>: Berufsaus\u00fcbungsbewilligung und Zulassungsvoraussetzungen bleiben pers\u00f6nlich.<\/li>\n<li><strong>Die Betriebsbewilligung vergessen<\/strong>: In Z\u00fcrich darf der Betrieb einer AG oder GmbH vor ihrer Erteilung nicht aufgenommen werden.<\/li>\n<li><strong>Eine nicht zugelassene \u00c4rztin anstellen<\/strong> und ihre Leistungen \u00fcber die Gesellschaft abrechnen.<\/li>\n<li><strong>Mietvertrag vor Pr\u00fcfung der H\u00f6chstzahlen<\/strong> im Fachgebiet unterschreiben.<\/li>\n<li><strong>Mit TARMED-Positionen planen<\/strong>, obwohl seit dem 1. Januar 2026 mit TARDOC und Ambulanten Pauschalen abgerechnet wird.<\/li>\n<\/ul>\n<section id=\"faq\">\n<h2>FAQ: Arztpraxis gr\u00fcnden als AG oder GmbH<\/h2>\n<div class=\"question\">\n<h3>Darf eine Arztpraxis in der Schweiz als AG oder GmbH gef\u00fchrt werden?<\/h3>\n<p>Ja. Das KVG kennt Einrichtungen, die der ambulanten Krankenpflege durch \u00c4rzte dienen. Jede \u00c4rztin beh\u00e4lt aber ihre eigene Berufsaus\u00fcbungsbewilligung und muss die Zulassungsvoraussetzungen pers\u00f6nlich erf\u00fcllen, und die Gesellschaft braucht eine eigene OKP-Zulassung sowie je nach Kanton eine Betriebsbewilligung.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Braucht eine \u00c4rzte-AG im Kanton Z\u00fcrich eine Betriebsbewilligung?<\/h3>\n<p>Ja, sobald \u00c4rztinnen und \u00c4rzte im Namen und auf Rechnung einer juristischen Person t\u00e4tig sind, auch wenn sie bereits eine eigene Berufsaus\u00fcbungsbewilligung haben. Die klassische Einzel- oder Gruppenpraxis im eigenen Namen braucht keine.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Umgeht eine \u00c4rztegesellschaft die Zulassungsbeschr\u00e4nkung?<\/h3>\n<p>Nein. Die H\u00f6chstzahlen gelten ausdr\u00fccklich auch f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, die in einer Einrichtung nach Art. 35 Abs. 2 Bst. n KVG t\u00e4tig sind.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Wie viele Jahre Schweizer Berufserfahrung braucht es f\u00fcr die OKP-Zulassung?<\/h3>\n<p>Mindestens drei Jahre im beantragten Fachgebiet an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsst\u00e4tte, dazu die Sprachkompetenz der Region. Bis Ende 2027 k\u00f6nnen Kantone bei Unterversorgung bestimmte Grundversorger und P\u00e4diater davon ausnehmen.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Was ist die ZSR-Nummer?<\/h3>\n<p>Die Zahlstellenregister-Nummer, mit der zugelassene \u00c4rzte und Einrichtungen zulasten der OKP abrechnen. Sie wird von sant\u00e9services sa vergeben und ersetzt die kantonale Zulassung nicht.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"question\">\n<h3>Muss eine Arztpraxis MWST abrechnen?<\/h3>\n<p>F\u00fcr Heilbehandlungen von \u00c4rzten mit Berufsaus\u00fcbungsbewilligung nicht, sie sind von der Steuer ausgenommen. Daf\u00fcr ist die Vorsteuer auf den zugeh\u00f6rigen Investitionen nicht abziehbar, und die Abgabe von Prothesen und orthop\u00e4dischen Apparaten bleibt steuerbar.<\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/section>\n<section id=\"sources\">\n<h2>Quellen<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2007\/537\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Medizinalberufegesetz (MedBG, SR 811.11), Art. 15, 34, 36, 40 und 43<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1995\/1328_1328_1328\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesgesetz \u00fcber die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10), Art. 35 bis 37 und 55a<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1995\/3867_3867_3867\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verordnung \u00fcber die Krankenversicherung (KVV, SR 832.102), Art. 38, 39 und 58g<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/de\/tardoc-und-ambulante-pauschalen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesamt f\u00fcr Gesundheit, TARDOC und Ambulante Pauschalen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zh.ch\/de\/gesundheit\/gesundheitsberufe\/bewilligungen\/betriebsbewilligung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kanton Z\u00fcrich, Betriebsbewilligung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zh.ch\/de\/gesundheit\/gesundheitsberufe\/bewilligungen\/betriebsbewilligung\/arzt-betriebsbewilligung-beantragen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kanton Z\u00fcrich, Betriebsbewilligung f\u00fcr ambulante zahn-\/\u00e4rztliche Institution beantragen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.ge.ch\/admission-charge-aos-personnes-physiques\/faq-admission-charge-aos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kanton Genf, FAQ zur OKP-Zulassung (franz\u00f6sisch)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/silgeneve.ch\/legis\/data\/rsg_k3_02p01.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kanton Genf, Reglement \u00fcber die Gesundheitsberufe (K 3 02.01), Art. 1 (franz\u00f6sisch)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/silgeneve.ch\/legis\/data\/rsg_k2_05p06.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kanton Genf, Reglement \u00fcber die Gesundheitsinstitutionen (K 2 05.06), Art. 20 (franz\u00f6sisch)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.santeservices.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sant\u00e9services sa, ZSR-Register<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/2009\/615\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehrwertsteuergesetz (MWSTG, SR 641.20), Art. 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1991\/1184_1184_1184\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesgesetz \u00fcber die direkte Bundessteuer (DBG, SR 642.11), Art. 20<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<div class=\"conclusion-box\">\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Eine Arztpraxis als AG oder GmbH zu gr\u00fcnden erspart keiner \u00c4rztin die pers\u00f6nlichen Voraussetzungen: kantonale Berufsaus\u00fcbungsbewilligung, drei Jahre an einer Schweizer Weiterbildungsst\u00e4tte, Sprachkompetenz und einen Platz innerhalb der H\u00f6chstzahlen. Die Gesellschaft braucht ihre eigene OKP-Zulassung und, wo sie die \u00c4rzte in ihrem Namen t\u00e4tig werden l\u00e4sst, oft eine Betriebsbewilligung, wie Z\u00fcrich und Genf zeigen. Ihr Nutzen liegt in Abrechnung, Partnerwechseln, Anstellungen, Besteuerung und Nachfolge, unter einem seit 2026 neuen Tarif.<\/p>\n<p><strong>RISTER \u2013 Treuhand in Genf<\/strong> gr\u00fcndet die \u00c4rztegesellschaft im Rahmen unserer <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/service\/firmengrundung-in-genf\/\">Firmengr\u00fcndung<\/a> und f\u00fchrt anschliessend <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/service\/allgemeine-administration-buchhaltung-loehne-steuern\/\">Administration, Buchhaltung, L\u00f6hne und Steuern<\/a>. Wir bauen keine Strukturen, die Zulassungen umgehen sollen, und sagen es, wenn im Dossier ein Schritt fehlt. F\u00fcr ein Gespr\u00e4ch <a href=\"https:\/\/www.rister.ch\/de\/kontakt\/\">kontaktieren Sie uns<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer eine Arztpraxis gr\u00fcnden will, pr\u00fcft heute oft die AG oder die GmbH statt der Einzelfirma. Die Gesellschaft erleichtert Abrechnung, Anstellungen und Nachfolge, sie ersetzt aber keine pers\u00f6nliche Voraussetzung: Jede \u00c4rztin und jeder Arzt braucht eine kantonale Berufsaus\u00fcbungsbewilligung und muss die Zulassung zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) pers\u00f6nlich erf\u00fcllen. 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